Schockanrufe in Neunkirchen-Seelscheid und Niederkassel
Am Mittwoch passierte es gleich zweimal im Rhein-Sieg-Kreis. In Neunkirchen-Seelscheid (Nordrhein-Westfalen) erhielt ein 83-jähriger Mann einen Anruf. Ein Unbekannter behauptete, sein Sohn habe einen schweren Unfall verursacht und Menschen verletzt. Während des Telefonats wurde der Senior mit verschiedenen Leuten verbunden, sogar mit einem angeblichen Arzt. Dieser erzählte ihm, dass nun jemand an den Folgen des Unfalls gestorben sei.
Um eine Gefängnisstrafe für den Sohn zu verhindern, sollte der Vater eine Kaution von 80.000 Euro zahlen. Da er nur 40.000 Euro aufbringen konnte, wurde er mit einer vermeintlichen Richterin verbunden. Diese gab ihm ein Aktenzeichen und einen Code, mit dem er das Geld später zurückbekommen sollte. Gegen 18 Uhr kam ein Mann an die Tür und nahm das Bargeld wortlos entgegen. Der Mann war kräftig, etwa 180 bis 200 Zentimeter groß, hatte einen gebräunten Teint, kurze schwarze Haare und trug ein rotes T-Shirt. Er soll etwa 40 Jahre alt sein.
Fast zeitgleich gab es einen ähnlichen Fall in Niederkassel (Nordrhein-Westfalen). Eine 84-jährige Frau wurde von einer unbekannten Frau angerufen. Auch hier hieß es, die Tochter habe einen Unfall verursacht, bei dem jemand starb. Die Frau konnte die geforderte hohe Kaution nicht bezahlen. Deshalb suchte sie schnell alles zusammen, was sie finden konnte. Sie gab einem angeblichen Gutachter 7.000 Euro in bar und Goldschmuck im Wert von etwa 15.000 Euro direkt vor ihrer Haustür.
Dieser zweite Täter war etwa 20 Jahre alt, blond, hatte einen hellen Teint und war circa 180 Zentimeter groß. Er trug ein hellblaues T-Shirt und eine Jeans.
Die Polizei sucht nun nach Zeugen. Wer in Neunkirchen-Seelscheid in der Hennefer Straße, im Wiesengrund, in der Remschosser Straße oder in der Schönfelder Straße etwas Verdächtiges gesehen hat, soll sich unter 02241 541-3121 melden. In Niederkassel werden Beobachtungen aus der Oberstraße, Römerstraße, Bonner Straße oder vom Senkel unter der Nummer 02241 541-3221 gesucht.
Die Beamten warnen eindringlich vor solchen Maschen. In Deutschland werden niemals Kautionen durch die Polizei oder die Justiz per Telefon verlangt. Man sollte keine privaten Daten preisgeben und niemals Geld oder Schmuck an Fremde übergeben.
Die Ermittlungen dauern an.
Quelle: Kreispolizeibehörde Rhein-Sieg-Kreis – zur Originalmeldung