Schlüchtern will psychisch Kranken mehr Jobs ermöglichen
Bürgermeister Matthias Möller und Mitglieder des Magistrats haben die Einrichtung „RPK ArbeitsLeben“ in Schlüchtern (Main-Kinzig-Kreis, Hessen) besucht. Die RPK ist auf die Rehabilitation psychisch kranker Menschen spezialisiert und gehört zu den Main-Kinzig-Kliniken. Dort geht es darum, Patienten mit Depressionen, Angststörungen, Schizophrenie oder Persönlichkeitsstörungen schrittweise zurück in den Job zu führen.
Nun sollen die Stadt und die Klinik gemeinsam mehr Perspektiven schaffen. Konkret geht es darum, dass die Stadtverwaltung und der städtische Bauhof Praktikumsstellen anbieten. Christian Quack, der Geschäftsführer der Main-Kinzig-Kliniken, sieht darin einen großen Vorteil: Die Wege zur Arbeit bleiben kurz und die Klienten bekommen eine echte Chance auf dem Arbeitsmarkt.
Bürgermeister Möller möchte das Vorhaben schnell in einem Vertrag und einem festen Konzept fixieren. Die Stadt arbeitet bereits erfolgreich mit dem Behindertenwerk Main-Kinzig zusammen und erhält dafür auch Fördermittel. Dieses Modell soll nun auch auf die RPK übertragen werden.
Die Betreuung in der RPK ist intensiv und dauert meist zwölf Monate. Die Patienten haben 16 vollstationäre und zwölf ambulante Plätze. Neben der ärztlichen und psychologischen Hilfe gibt es Arbeitstherapien und Praktika. Die Patienten sollen dabei lernen, wieder eigenverantwortlich zu handeln und ihren Alltag selbst zu organisieren. Laut Chefärztin Dr. Tatjana Müller-Neugebauer funktioniert das gut: Mehr als ein Drittel der Klienten kann arbeitsfähig entlassen werden.
In den nächsten Wochen wollen die Stadt und die Klinik die Details ihrer Pläne ausarbeiten. Gleichzeitig sucht die Einrichtung weitere Partner aus der Region, die Praktikumsplätze anbieten wollen. Interessierte Arbeitgeber können sich per E-Mail an [email protected] melden.