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Schlüchtern plant Energiekraftwerk für Rechenzentrum

Copyright und Urheber siehe Schlüchtern

Die Stadt will ein Kraftwerk bauen, um ein Rechenzentrum in Birstein mit Strom zu versorgen. Jetzt geht es um die Details und das Geld.

In Schlüchtern (Main-Kinzig-Kreis, Hessen) wird über den Bau eines Energiekraftwerks diskutiert. Die Anlage soll später ein geplantes Rechenzentrum im Nachbarort Birstein mit Strom versorgen. Um zu sehen, wie so etwas in der Praxis aussieht, sind die Stadtverordneten, Mitglieder des Magistrats und Mitarbeiter der Verwaltung nach Saarbrücken gereist. Dort besichtigten sie das Kraftwerk „Gamor“ der Firma EnergieSaarLorLux.

Das Werk in Saarbrücken ist ein Beispiel für die Technik: Es liefert etwa 53 Megawatt Leistung und versorgt 65.000 Haushalte mit Strom sowie 13.000 mit Wärme. Es gibt dort allerdings nur Gasmotoren, während das geplante Werk in Schlüchtern zusätzlich Brennstoffzellen bekommen soll.

Bürgermeister Matthias Möller sieht in dem Projekt eine große Chance für die Stadt. Durch den Verkauf der Gewerbefläche und die jährlichen Gewerbesteuern sollen für 30 Jahre mehrere Millionen Euro fließen. Mit diesem Geld will die Stadt marode Straßen und Kindertagesstätten sanieren. Auch der geplante Neubau des Feuerwehrstützpunktes soll so finanziert werden. Insgesamt sollen private Investitionen in Höhe von 750 Millionen Euro fließen, ohne dass die Stadt selbst neue Schulden aufnimmt.

Kritiker sorgen sich oft um die Luftqualität, besonders weil Schlüchtern den Titel „Luftkurort“ trägt. Der Bürgermeister betont jedoch, dass das moderne Kraftwerk keinen Ruß und keinen Feinstaub produziert. Die Stickoxidwerte sollen sogar niedriger sein als an der Autobahn. Ein unabhängiges Gutachten soll das später belegen. Zudem plant die Stadt, die Abwärme des Kraftwerks für Schulen und Kindergärten zu nutzen. Wenn das Fernwärmenetz ausgebaut wird, könnten viele private Ölheizungen verschwinden, was die Luft sogar sauberer machen würde.

Als Nächstes entscheiden die Stadtverordneten über einen Prüfauftrag, um die Auswirkungen der Ansiedlung genau zu untersuchen. Die Stadt möchte die Bürger nun informieren und in die Planung einbeziehen.

Für Interessierte gibt es zwei Bürgerdialoge im Café Fabrice in der Breitenbacher Straße 3. Diese finden am Dienstag, den 8. September, und Mittwoch, den 9. September, jeweils um 19:30 Uhr statt. Der erste Abend ist bereits voll belegt. Für den zweiten Abend kann man sich noch per E-Mail unter [email protected] anmelden.

Quelle: Schlüchtern – zur Originalmeldung

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