Schlüchtern bekommt riesiges Energiekraftwerk für Rechenzentrum
In der Region wird ein riesiges Industrieprojekt geplant. Die Stadt Birstein möchte ein großes Rechenzentrum bauen, das auf einer Fläche von elf Hektar im Gewerbegebiet „Im obersten Grünnel“ entstehen soll. Da so eine Anlage extrem viel Strom braucht, wird ein passendes Kraftwerk benötigt. Nach langen Gesprächen steht nun fest: Dieses Kraftwerk kommt nach Schlüchtern (Main-Kinzig-Kreis, Hessen).
Das Kraftwerk soll im Gewerbegebiet „Auf dem Reitstück“ gebaut werden. Es wird gewaltig: 160 Meter lang, 90 Meter breit und 20 Meter hoch. Die Schornsteine sollen bis zu 60 Meter in die Höhe ragen. Die Firma Argaman Group steckt hinter dem Plan. Laut dem Geschäftsführer Dr. David Roitman ist Schlüchtern der perfekte Ort, weil dort zwei große Gasleitungen kreuzen. Außerdem liegt das Umspannwerk Elm in der Nähe, was wichtig für die Stabilität des Stromnetzes ist.
Die Investitionen sind enorm. Allein für das Kraftwerk sind etwa 750 Millionen Euro geplant, für das Rechenzentrum sogar mehrere Milliarden. Das bringt für Schlüchtern viele Vorteile. Bürgermeister Matthias Möller rechnet mit hohen Steuereinnahmen und neuen Jobs. Mit dem Geld will die Stadt unter anderem eine neue Feuerwache bauen und die Kitas sanieren. Ein großer Pluspunkt für die Bürger: Das Kraftwerk könnte ein Fernwärmenetz speisen. Damit könnten bis zu 10.000 Haushalte und öffentliche Gebäude mit Wärme versorgt werden. Ab Mitte der 2030er Jahre soll die Anlage komplett auf klimaneutralen Betrieb mit grünem Wasserstoff umgestellt werden.
In Birstein ist man mit der Entscheidung zwiespältig. Bürgermeister Fabian Fehl gibt zu, dass die Stadt dort nun Steuern und Arbeitsplätze verliert, die eigentlich beim Kraftwerk hängen. Da Birstein aber das Rechenzentrum behält und die Zusammenarbeit fair war, sieht er es positiv.
Wer wissen will, was genau in Schlüchtern passiert, kann zu den Infoterminen gehen. Diese finden im Café Fabrice in der Breitenbacher Straße 3 statt. Die Termine sind am Dienstag, den 8. September, und am Mittwoch, den 9. September, jeweils um 19:30 Uhr. Da die Plätze begrenzt sind, muss man sich per E-Mail an [email protected] anmelden. Außerdem gibt es am Sonntag, den 27. September, von 11 bis 16 Uhr eine offene Fragestunde. Weitere Termine in der Stadthalle folgen später.