Zum Inhalt springen
newssofort.de

Nidderau: Repair Café feiert zehnjähriges Jubiläum

Copyright und Urheber siehe Nidderau

Ob Kaffeemaschine oder Spielzeug: In Nidderau retten Bastler und Ingenieure seit zehn Jahren kaputte Geräte vor dem Müll.

Im Jugendzentrum Blauhaus in Nidderau (Main-Kinzig-Kreis, Hessen) gab es ein Sommerfest. Grund war das zehnjährige Bestehen des Repair Cafés. Hier helfen Experten dabei, defekte Alltagsgegenstände wieder fit zu machen, wenn normale Fachbetriebe oft schon aufgeben.

Das Angebot ist kostenlos, nur für Ersatzteile muss man selbst bezahlen. Wer möchte, kann eine Spende dalassen. Für Verpflegung ist gesorgt: Es gibt Kaffee und Kuchen zum Selbstkostenpreis. Das Motto der Gruppe ist klar: „Wegwerfen? Denkste!“

Die Bilanz der letzten zehn Jahre ist beeindruckend. Insgesamt brachten die Leute rund 1.500 Geräte vorbei. Etwa 1.000 davon konnten erfolgreich repariert werden. Das sind zwei von drei Fällen. Repariert wird alles, was man unter den Arm nehmen kann. Dazu gehören Kaffeemaschinen, Lampen, Toaster, CD-Spieler, Bohrmaschinen, aber auch Fahrräder, Stereoanlagen und Spielzeug. Einmal wurde sogar eine kleine Weihnachtsmannfigur wieder zum Tanzen und Musizieren gebracht.

Oft sind es nur Kleinigkeiten, die ein Gerät außer Gefecht setzen. Ein Wackelkontakt, eine gebrochene Lötstelle oder verschlissene Kohlen reichen aus. Ein Beispiel war eine Kaffeemaschine, die bereits 32.000 Tassen gebrüht hatte und deshalb nicht mehr richtig lief. Auch dieses Gerät konnte gerettet werden.

Das Team besteht mittlerweile aus fast 15 Leuten. Gegründet wurde das Projekt von Dieter Krause, der inzwischen in Steinau lebt. Heute leitet Joachim Niksch die Gruppe. Im Team sind Ingenieure, aber auch Bastler aus anderen Berufen, wie zum Beispiel ein pensionierter Flugkapitän. Die Helfer sind zwischen Ende 20 und über 70 Jahre alt. Jürgen Jacob, Peter Gerlach und Wolfram Fischer sind seit dem ersten Tag dabei. Monika Weber kümmert sich um die Bewirtung, während der zwölfjährige Jonas Zavrel die Anmeldungen organisiert.

Bürgermeister Andreas Bär lobt das ehrenamtliche Engagement. Für ihn ist das Projekt ein wichtiger Teil des Umwelt- und Ressourcenschutzes, da Elektrogeräte länger genutzt werden. Die Zusammenarbeit mit der Stadt und der Kinder- und Jugendförderung (KJF) funktioniert gut. So konnte im April sogar eine Fahrradwerkstatt für Kinder und Jugendliche gestartet werden.

Es gibt allerdings auch Grenzen. Bei ganz neuen Geräten ist die Reparatur oft unmöglich, weil Gehäuse verklebt sind oder spezielle Schrauben verbaut wurden, die man nicht öffnen kann.

Wer kaputte Sachen hat, kann jeden ersten Samstag im Monat von 13 bis 17 Uhr ins Jugendzentrum Blauhaus kommen. Weitere Informationen gibt es unter www.repaircafe-nidderau.de.

Quelle: Nidderau – zur Originalmeldung

← Zurück zur Übersicht

Weitere Meldungen aus Nidderau

Alle ansehen

Aus dem Umkreis: Main-Kinzig-Kreis

Alle ansehen