Scherenschnitte von Matisse im Kunsthaus Meyenburg
Seit dem 27. Juni gibt es im Kunsthaus Meyenburg (Buchholz) die Sonderausstellung „Schnipp Schnapp – Kunst aus Papier geschnitten“. Ein besonderer Blickfang sind dabei die Arbeiten von Henri Matisse, einem der wichtigsten Künstler der Klassischen Moderne.
Die Geschichte hinter den Bildern ist ungewöhnlich: Matisse war mit 80 Jahren schwer krank. Er konnte nicht mehr lange stehen und auch den Pinsel nicht mehr führen. Deshalb erfand er eine neue Methode. Er schnitt Formen direkt aus buntem Papier aus. Zusammen mit seinen Assistentinnen ordnete er diese Teile so an, dass plastische Bilder entstanden. Er selbst nannte diese Technik „mit der Schere zeichnen“.
Ein wichtiger Teil der Ausstellung ist das Künstlerbuch „Jazz“ aus dem Jahr 1947. Die meisten der 20 Tafeln dafür entstanden zwischen 1943 und 1944. Eigentlich wollte Matisse nur Bilder über den Zirkus machen. Doch die Werke wurden lebendiger und improvisierter, weshalb er das Projekt schließlich in „Jazz“ umbenannte. Viele Motive stammen aus seiner Kindheit oder zeigen Erinnerungen an seine Zeit auf Tahiti, wie etwa die farbenfrohe „Lagune“.
Die Ausstellung zeigt, dass Scherenschnitte nicht immer nur schwarz-weiß oder filigran sein müssen, sondern auch modern und farbintensiv wirken können.
Interessierte können die Werke noch bis zum 30. August besuchen. Das Kunsthaus ist von Dienstag bis Sonntag zwischen 10 und 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 6,50 Euro, ermäßigt 4,50 Euro. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre kommen kostenlos hinein.
Quelle: Buchholz – zur Originalmeldung