Saulheim: Zwei Männer bei Steinumsturz gestorben
Es geschah in der Gemarkung von Ober-Saulheim (Landkreis Alzey-Worms, Rheinland-Pfalz). Ein Ackereigentümer wollte gemeinsam mit mehreren Arbeitern den sogenannten „Langen Stein“ umlegen. Das Ziel war es, Fundamentsteine zu gewinnen. Der massive Koloss ist etwa acht Fuß dick und ragt zehn Fuß aus dem Boden.
Die Männer gruben den Stein auf einer Seite bereits aus, als das schwere Felsstück plötzlich umschlug. Ein 22-jähriger Arbeiter namens Köster, der für seinen Onkel, den Besitzer des Ackers, tätig war, wurde unter dem Stein begraben. Der Aufprall zerschmetterte ihm den Brustkorb. Er starb sofort.
Ein weiterer, älterer Arbeiter versuchte noch, dem herabstürzenden Stein durch einen Sprung zur Seite auszuweichen. Doch der Koloss traf ihn noch am Hinterkopf. Der Mann überlebte den ersten Moment, starb jedoch noch in der folgenden Nacht an seinen Verletzungen.
Nach dem Unglück kam es zu einer ungewöhnlichen Reaktion der Bevölkerung. Bei der Beerdigung am nächsten Tag versammelten sich extrem viele Menschen. In der Folge drängten über Wochen Massen zum Stein und schlugen Stücke aus dem Felsen heraus, um sie als Andenken mitzunehmen. Schließlich musste das Kreisamt Oppenheim eingreifen und den Stein in eine hölzerne Hülle legen, um ihn zu schützen.
Später wurde der Stein wieder aufgerichtet und unter Denkmalschutz gestellt. Weitere Angaben liegen bislang nicht vor.
Quelle: Saulheim – zur Originalmeldung