Zum Inhalt springen
newssofort.de

Sachsen warnt vor Alkohol in der Schwangerschaft

Das Sozialministerium startet eine neue Kampagne gegen Alkoholkonsum bei werdenden Müttern. Unter dem Motto „100% Liebe – 0% Alkohol“ sollen die Gefahren für das Kind deutlich gemacht werden.

Ab dem 20. Juli will das Sächsische Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt auf ein wichtiges Thema aufmerksam machen. Es geht um sogenannte Fetale Alkoholspektrumstörungen, kurz FASD. Das sind Erkrankungen, die entstehen, wenn eine Frau in der Schwangerschaft Alkohol trinkt. Die Folgen für das Kind können schwerwiegend sein und bleiben ein Leben lang bestehen.

Staatsministerin Petra Köpping betont, dass solche Schäden zu 100 Prozent vermeidbar sind, wenn komplett auf Alkohol verzichtet wird. Sie sagt, dass nicht nur die Mutter die Verantwortung trägt, sondern die gesamte Gesellschaft, auch Partner, Freunde und Kollegen. Es gehe darum, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass bereits kleine Mengen Alkohol in jeder Phase der Schwangerschaft irreversible Schäden anrichten können.

Die Kampagne läuft bis zum 9. September, dem Tag des alkoholgeschädigten Kindes. Das Ministerium setzt dabei auf verschiedene Wege: In den sozialen Medien gibt es wöchentliche Beiträge und Kooperationen mit bekannten Menschen aus den Bereichen Familie und Lifestyle. Außerdem sollen Sticker, Untersetzer, Bäckertüten und CityCards im Alltag auf die Gefahr hinweisen. Ein Aufklärungsclip soll ebenfalls helfen. Beim Sächsischen Familientag werden zudem alkoholfreie Cocktails ausgeschenkt.

Der Hintergrund ist alarmierend: Laut Befragungen trinken mehr als 20 Prozent der Schwangeren Alkohol. Oft passiert das, weil aus dem Umfeld Sätze fallen wie „Ein Glas schadet nicht“. Doch die Realität sieht anders aus. In Deutschland kommen jedes Jahr etwa 10.000 Kinder mit FASD zur Welt, die Dunkelziffer ist vermutlich noch viel höher. Die Betroffenen leiden oft unter Fehlbildungen, Lernschwierigkeiten oder Problemen im sozialen Umgang. Da die Krankheit nicht heilbar ist, sind die Betroffenen oft lebenslang auf Hilfe angewiesen.

Wer mehr über die Kampagne wissen möchte, kann sich an das Sächsische Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt wenden.

Quelle: Medienservice Sachsen – zur Originalmeldung

← Zurück zur Übersicht

Aus dem Umkreis: Erzgebirgskreis

Alle ansehen