Sachsen öffnet seine Ausgrabungsstätten für Besucher
Am Sonntag, den 13. September 2026, ist wieder Tag des offenen Denkmals. Das Landesamt für Archäologie Sachsen nutzt die Gelegenheit und öffnet an mehreren Standorten die Tore zu aktuellen Ausgrabungen. Die Veranstaltungen sind kostenlos. Da es sich oft um Baustellen oder Felder handelt, sollten Besucher festes Schuhwerk anziehen. Barrierefrei sind die Flächen nicht.
In Leipzig (Sachsen) gibt es gleich mehrere Angebote. Wer sich für die NS-Zeit interessiert, kann um 14 Uhr eine Führung über das ehemalige Zwangsarbeiterlager »Mangold« mitnehmen. Treffpunkt ist die Diezmannstraße 12 in Kleinzschocher. Von 10 bis 14 Uhr gibt es zudem Einblicke in eine 7000 Jahre alte Siedlung aus der frühen Jungsteinzeit. Hier treffen sich die Interessierten auf der großen Freifläche gegenüber der Hans-Beimler-Straße 3.
Ein weiterer Stopp in Leipzig ist der Matthäikirchhof (Große Fleischergasse 12). Von 10 bis 16 Uhr wird dort erklärt, was sich unter dem Pflaster verbirgt: die mittelalterliche Burg »urbs Lipzi«, die bereits im Jahr 1015 erwähnt wurde. Wer lieber einen Vortrag hört, kann um 11 Uhr in die Museumsscheune in Liebertwolkwitz (Alte Tauchaer Straße 1) gehen. Dort geht es um Funde aus der Zeit der Völkerschlacht von 1813 und Ergebnisse von Grabungen beim Bau der A38. Das allgemeine Programm des Vereins »Völkerschlacht bei Leipzig 1813« läuft dort von 10 bis 17 Uhr.
Auch außerhalb von Leipzig gibt es spannende Orte. In Quesitz (Markranstädt, Sachsen) wird von 11 bis 15 Uhr eine Grabung entlang einer Fernwärmeleitung gezeigt. Die Untersuchungen laufen dort seit August 2024 und haben schon viele Funde aus verschiedenen Epochen ans Licht gebracht. Treffpunkt ist die Döhlener Straße 2 am Ortsausgang.
In Nordsachsen, bei Salbitz (Gemeinde Naundorf), kann man von 10 bis 15 Uhr sehen, was bei der Verlegung der Bundesstraße 169 entdeckt wurde. Die Experten zeigen dort Spuren von Siedlungen aus der Slawenzeit und der Eisenzeit. Treffpunkt ist der Info-Punkt an der K8948 zwischen Salbitz und Gastewitz.
Wer ganz in den Osten will, kann zum Tagebauvorfeld Nochten bei Weißwasser (Sachsen) fahren. Von 10 bis 15 Uhr gibt es dort stündlich Führungen über die Ausgrabungen eines alten Torhauses von Mühlrose. Da die Stelle normalerweise nicht öffentlich zugänglich ist, gibt es einen Shuttleservice. Autofahrer fahren über die Neustädter Straße Richtung Neustadt, über die Brücke hinter Mulkwitz und biegen vor den Bahngleisen links in die Betriebsstraße der Leag ab. Dort kann man parken und den Shuttle nutzen.