Sabotage am Umspannwerk Rommerskirchen löst Stromausfälle aus
Gegen 21 Uhr kam es gestern Abend zu einem Angriff auf das „Amprion“-Umspannwerk in Bergheim, das als Umspannwerk Rommerskirchen (Rhein-Kreis Neuss, Nordrhein-Westfalen) bekannt ist. Unbekannte warfen leitfähiges Material über die Hochspannungsleitungen. Das führte zu schweren Kurzschlüssen und mehreren Explosionen, die sogar auf Videos zu sehen waren.
Die Folgen waren massiv: Insgesamt fünf Braunkohle-Kraftwerksblöcke von RWE im Rheinischen Revier gingen vom Netz. Betroffen waren die Blöcke Niederaußem H, G und K sowie Neurath G und F. Insgesamt fehlten kurzzeitig 4.200 Megawatt an Kapazität. Das Kraftwerk Niederaußem fuhr automatisch herunter, während die Blöcke in Neurath sicherheitshalber abgeschaltet wurden.
In Bedburg und Bergheim gab es zeitweise Stromausfälle in einigen Straßen. Dass es nicht zu einem größeren Blackout kam, lag wohl an der späten Uhrzeit, da dann weniger Strom gebraucht wird. Zudem griff ein Notfallplan, bei dem energieintensive Industrieanlagen heruntergefahren wurden. Zudem hatte der Angriff nicht den geplanten Erfolg.
Bürgermeister Dr. Martin Mertens rief sofort einen Krisenstab ein und kontaktierte die Landrätin. Die Blöcke in Neurath sind bereits wieder am Netz. Die Anlagen in Niederaußem sollen bis zum kommenden Wochenende wieder laufen.
Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich bei dem Vorfall um fremdstaatliche Sabotage. Die Polizei und weitere Behörden ermitteln nun, wer hinter dem Angriff steckt. Die Ermittlungen dauern an.