Rutesheim baut riesigen Wasserspeicher für die Zukunft
In Rutesheim (Landkreis Böblingen, Baden-Württemberg) wird die Wasserversorgung auf ein neues Fundament gestellt. Der alte Hochbehälter Mittelwäldle stammte noch aus dem Jahr 1908. Mit seinen 400 Kubikmetern Fassungsvermögen war er einfach zu klein. Wenn die zweite Anlage, der Hochbehälter Längenbühl, wegen Wartungsarbeiten oder einem Defekt ausfiel, wurde es eng mit den Vorräten.
Jetzt steht der Neubau kurz vor dem Abschluss. Der Zweckverband Renninger Wasserversorgungsgruppe investiert rund 1,5 Millionen Euro in das Projekt, wobei das Land etwa 282.700 Euro dazugibt. Das Ergebnis ist gewaltig: Das Speichervolumen am Standort wird auf 2.000 Kubikmeter verfünffacht. Zusammen mit dem anderen Behälter stehen künftig 3.500 Kubikmeter Wasser bereit.
Das bringt einen echten Vorteil für den Alltag. Früher reichte der Vorrat im Ernstfall gerade einmal für einen Tag. Jetzt reicht das Wasser für mehr als zwei Tage, selbst wenn von außen nichts nachfließen kann. Das ist besonders wichtig, weil der Verbrauch an heißen Sommertagen im Juni und Juli bereits Spitzenwerte von bis zu 2.100 Kubikmetern pro Tag erreicht hat. Der neue Speicher dient als Puffer gegen Engpässe.
Seit dem Spatenstich im Juli 2025 läuft die Baustelle nach Plan. Die Wasserkammern sind bereits betoniert, aktuell werden die Elektrik und der Estrich eingebaut. Die Maler- und Gipserarbeiten folgen als Letztes. Geplant ist, dass die Anlage zwischen Ende September und Anfang Oktober 2026 offiziell in Betrieb geht.
Bürgermeisterin Melanie Hettmer, die den Verband leitet, hat sich vor Ort ein Bild vom Fortschritt gemacht. Sie erinnert die Bürger daran, dass Wasser kein unerschöpfliches Gut ist. Sie bittet alle Haushalte, bewusst mit dem Wasser umzugehen und es nicht als selbstverständlich anzusehen.
Die Arbeiten an der Wasserversorgung hören damit aber nicht auf. Schon am Montag, den 24. August 2026, startet die nächste Baustelle: Eine neue Druckleitung soll vom Pumpwerk Knappshalde zum Verteilerschacht Lange Hecke gebaut werden. Zudem ist für den Spätsommer 2027 geplant, den Hochbehälter Längenbühl um eine weitere Kammer mit 1.500 Kubikmetern zu erweitern. Diese Maßnahme soll etwa 2,6 Millionen Euro kosten, wovon das Land rund 400.000 Euro übernimmt.
Quelle: Rutesheim – zur Originalmeldung