Rüsselsheim will Kreditrahmen für Stadtkasse erhöhen
In Rüsselsheim (Landkreis Groß-Gerau, Hessen) sieht es finanziell eng aus. Damit die Stadt ihre Rechnungen pünktlich bezahlen kann, plant die Verwaltung eine Erhöhung des sogenannten Liquiditätskreditrahmens. Aktuell liegt dieser bei 190 Millionen Euro. Die Stadt will die Grenze auf maximal 230,06 Millionen Euro anheben. Dieser neue Rahmen soll bis zum 30. Juni 2027 gelten.
Solche Kredite funktionieren wie ein Dispo auf dem Konto. Die Stadt nutzt sie, um laufende Kosten zu decken, wenn gerade nicht genug Geld da ist. Dazu gehören die Gehälter für das Personal, Ausgaben für die Jugendhilfe, die Kreisumlage oder Zinsen für alte Schulden. Auch Investitionen werden so erst einmal vorfinanziert. Die Stadt betont jedoch, dass die 230,06 Millionen Euro nur eine Obergrenze sind. Es bedeutet nicht, dass sofort die gesamte Summe als Kredit aufgenommen wird.
Die finanzielle Lage ist bereits seit längerem schwierig. Ursprünglich waren für 2025 nur 150 Millionen Euro vorgesehen. Im Februar 2026 musste die Stadtverordnetenversammlung die Summe dann schon einmal auf 190 Millionen Euro anheben. Bis zum Sommer 2026 waren davon bereits rund 176,06 Millionen Euro ausgeschöpft. Neue Berechnungen zeigen nun, dass das Geld bis Mitte 2027 vermutlich nicht reichen wird.
Oberbürgermeister Patrick Burghardt sagt, dass die Stadt ihre Ausgaben bereits stark begrenzt hat. Frei werdende Stellen werden nur besetzt, wenn es absolut notwendig ist. Zudem wurden die Kosten für Sach- und Dienstleistungen um zehn Prozent gekürzt, was einer Ersparnis von 6,3 Millionen Euro entspricht. Auch bei der Buchhaltung und dem Einkauf wurde versucht, effizienter zu werden.
Laut Burghardt helfen diese Sparmaßnahmen zwar, aber sie lösen das Grundproblem nicht. Viele Städte hätten heute Druck, weil die Kosten steigen, die Einnahmen aber nicht im gleichen Maße wachsen. Das Ziel sei es, die Stadt langfristig wieder auf gesunde Beine zu stellen.
Ob die Erhöhung des Kreditrahmens tatsächlich kommt, entscheiden die Stadtverordneten am 10. September.