Mörfelden-Walldorf: Kreis-Politiker besuchen Cannabis-Unternehmen Cansativa
Adil Oyan, der Erste Kreisbeigeordnete des Landkreises Groß-Gerau, war kürzlich zu Gast bei der Firma Cansativa in Mörfelden-Walldorf (Hessen). Er wollte sehen, wie das Unternehmen arbeitet. Begleitet wurde er von Leuten aus der Wirtschaftsförderung des Kreises und der Stadt sowie einer Mitarbeiterin aus der Öffentlichkeitsarbeit. Die Chefs der Firma, darunter Geschäftsführer Benedikt Sons, zeigten den Gästen bei einem Rundgang, wie die Abläufe im Betrieb funktionieren.
Cansativa wurde 2017 gegründet und ist seit 2019 in Mörfelden-Walldorf ansässig. Das Ziel ist klar: Patienten sollen sicher und in guter Qualität an medizinisches Cannabis kommen. Ein großer Schritt war das Jahr 2020, als die Firma den Auftrag bekam, das in Deutschland angebaute Medizinalcannabis für die staatliche Cannabisagentur zu verteilen.
Das Unternehmen ist mittlerweile ordentlich gewachsen. Rund 90 Mitarbeiter arbeiten dort, und das Team soll noch größer werden. Vom Standort aus werden etwa 2800 Apotheken im ganzen Land beliefert. Im Sortiment sind über 1000 Produkte, die von 50 Partnern aus 15 verschiedenen Ländern kommen. Jeden Monat bewegen sich so etwa drei bis dreieinhalb Tonnen Cannabis durch die Hallen.
Bei dem Rundgang durch den 1500 Quadratmeter großen Standort wurde deutlich, wie streng die Regeln sind. Hygiene und Reinheit stehen an erster Stelle. Alles muss lückenlos dokumentiert werden, damit man genau weiß, woher ein Produkt kommt. Viele Schritte passieren noch von Hand, wobei täglich bis zu 200 Kilogramm verarbeitet werden können. Adil Oyan sprach mit den Verantwortlichen darüber, ob man einige dieser Schritte in Zukunft durch Technik automatisieren kann. Das ist allerdings schwierig, weil die Reinigungsanforderungen extrem hoch sind.
Der Markt für medizinisches Cannabis boomt. In Deutschland nutzen wohl mittlerweile zwischen 800.000 und 900.000 Patienten diese Medikamente. Cansativa will deshalb weiter wachsen und am liebsten im Kreis Groß-Gerau bleiben. Allerdings wird der Platz an den aktuellen Flächen langsam knapp. Die Firma braucht mehr Raum für die Produktion, das Lager und die Büros. Außerdem sind eine gute Verkehrsanbindung und ordentliche Pausenräume für die Belegschaft wichtig. Deshalb nutzten Oyan und die Wirtschaftsförderer den Besuch, um über neue Standorte zu sprechen.
Adil Oyan zeigte sich am Ende beeindruckt davon, wie schnell sich die junge Firma in diesem streng kontrollierten Markt durchsetzen konnte. Er begrüßte es, dass das Unternehmen auch in Zukunft in der Region bleiben möchte.