Roßwein lässt historische Dampfmaschinen wieder aufheulen
In Roßwein (Landkreis Mittelsachsen, Sachsen) wird es bald wieder laut und dampfig. Am 12. und 13. September 2026 öffnet das historische Maschinenhaus in der Stadtbadstraße 40 seine Türen. Jeweils von 10 bis 17 Uhr können Besucher erleben, wie die alten Maschinen wieder zum Leben erwachen.
Das Wochenende ist ein besonderer Anlass, denn gleich drei Jubiläen werden gefeiert: Die Tuchmachertradition in Roßwein besteht seit 650 Jahren. Zudem wird das 20-jährige Engagement für den Erhalt der Dampfmaschine gefeiert und der Dampfmaschinenverein selbst ist seit fünf Jahren aktiv.
Das Herzstück der Veranstaltung ist die große Hanomag-Dampfmaschine aus dem Jahr 1911. Mit ihren 160 PS hat sie früher die Tuchfabrik angetrieben. Im Wechsel wird auch die restaurierte Lengenfelder Maschine von 1931 gestartet. Den nötigen Dampf liefert ein Kessel aus dem Jahr 1913. So wird die gesamte Anlage als funktionierendes System gezeigt.
Zusätzlich gibt es in diesem Jahr besondere Gäste. Freunde aus Polen bringen eine kleine Schiffsdampfmaschine mit, die bei passenden technischen Bedingungen ebenfalls vorgeführt wird. Christian Rady zeigt zudem historische Dampfindikatoren. Das sind Messgeräte, mit denen man früher den Druck im Zylinder prüfen konnte, um die Leistung der Maschine zu kontrollieren.
Auch wer schon einmal da war, findet Neues vor. Der Eingangsbereich wurde renoviert, und auch die Küche sowie die Ausgabetheke sind neu. Große Wandtafeln mit Bildern und Texten erklären nun genauer, wie sich die Dampftechnik entwickelt hat und was sie für die Industrie in Roßwein bedeutete.
Für die Verpflegung ist gesorgt: Es gibt Imbiss, Getränke, Kaffee und selbst gebackenen Kuchen. Am Sonntag kommt ab 14 Uhr ein Spielmannszug für Musik vorbei. Der Eintritt ist kostenlos, aber der Verein freut sich über Spenden, damit das technische Denkmal erhalten bleibt.
Quelle: Roßwein – zur Originalmeldung