Rietberg: So arbeitet eine Friedhofsgärtnerin
Lea Barczyk kniet neben einem offenen Grab in Rietberg (Kreis Gütersloh, Nordrhein-Westfalen). Mit einem speziellen Friedhofsbagger hat sie die Grube etwa zwei Meter tief ausgehoben. Damit die Seitenwände nicht einstürzen, setzt sie eine Verschalung ein. Die 21-Jährige arbeitet als Friedhofsgärtnerin für die Stadt.
Insgesamt kümmern sich sechs städtische Mitarbeiter um die sieben Friedhöfe im Stadtgebiet. Früher gehörten diese der katholischen Kirche, doch die Stadt hat sie nach und nach übernommen. Die Arbeit ist unterschiedlich stark: In manchen Wochen gibt es zehn Beerdigungen, in anderen nur eine einzige.
Die Gärtner bleiben meist im Hintergrund, sind aber von Anfang bis Ende dabei. Sie bereiten das Grab vor und helfen dem Pfarrer. Manchmal tragen sie die Urne oder reichen dem Geistlichen das Mikrofon. Lea Barczyk sagt, dass sie bei den weinenden Familien manchmal schlucken muss, das aber zum Job gehört. Besonders aufwendig ist die Arbeit in Neuenkirchen. Dort muss oft erst das Grundwasser abgesenkt werden, bevor man überhaupt graben kann. Eine einzige Erdbestattung kann dort drei Tage dauern.
Wenn weniger Beerdigungen anstehen, pflegt das Team die Grünanlagen. Sie schneiden Hecken, kümmern sich um Bäume und Beete. Dabei kommen sie oft mit den Bürgern ins Gespräch, die die Friedhöfe besuchen. Lea Barczyk ist meistens mit ihrem Kollegen Lukas Piepenbrock in Mastholte, Bokel und Varensell unterwegs.
Die junge Frau hat zuvor die Ausbildung zur Baumschulgärtnerin gemacht und ist vor zwei Jahren zur Stadtverwaltung gewechselt. Sie mag die Arbeit mit den großen Maschinen und hat dafür spezielle Lehrgänge besucht. Nur wenn es zu eng zwischen den Bäumen und Hecken wird oder es sich um ein Urnengrab handelt, muss sie die Schaufel nehmen. Im Winter ist es am härtesten, weil der gefrorene Boden das Graben erschwert und die Finger kalt werden.
Quelle: Rietberg – zur Originalmeldung