Rheingau-Taunus-Kreis will mehr Macht im Tourismus
Der Tourismus im Taunus soll künftig professioneller vermarktet werden. Deshalb will der Rheingau-Taunus-Kreis (Hessen) Gesellschafter der geplanten Taunus Touristik Service GmbH (TTS GmbH) werden. Der bisherige Verein, der TTS e.V., soll durch diese neue Firma ersetzt werden. Kreisausschuss und Kreistag haben diesem Plan bereits mit großer Mehrheit zugestimmt.
Für den Kreis geht es dabei vor allem um Geld und Mitsprache. Tourismus ist in der Region ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Allein die Tagesgäste bringen rund 353 Millionen Euro Umsatz. Davon profitieren vor allem die Hotels, Restaurants und Geschäfte in den Heilbädern Bad Schwalbach und Schlangenbad, im Naturpark Rhein-Taunus, am Limes sowie an den Wander- und Radwegen im Untertaunus.
Bisher zahlt der Rheingau-Taunus-Kreis nur etwa 6,6 Prozent der Kosten für die Vermarktung der Region. Das soll sich ändern: Der Kreis strebt einen Anteil von 19 Prozent an. Das ist fast das Dreifache des heutigen Beitrags. Wer mehr Geld einbringt, darf in der neuen GmbH auch mehr mitbestimmen. So kann der Kreis stärker beeinflussen, welche Orte und Angebote beworben werden, um mehr Gäste in die Gemeinden zu locken.
Neben dem Rheingau-Taunus-Kreis sollen auch der Hochtaunuskreis, der Main-Taunus-Kreis, der Lahn-Dill-Kreis, der Landkreis Limburg-Weilburg und die Stadt Bad Nauheim Teil der GmbH werden. Ein Aufsichtsrat soll die Firma kontrollieren. Die Finanzierung soll künftig fairer geregelt werden, indem Einwohnerzahlen und Übernachtungen in die Berechnung einfließen. Der Geldbedarf der neuen Gesellschaft wird auf etwa 1,2 Millionen Euro geschätzt.
Jetzt ist die Gründung aber noch nicht beschlossen. Zuerst müssen die Satzung, der Wirtschaftsplan und das Finanzierungskonzept erstellt werden. Erst im Frühjahr 2027 entscheiden die Gremien der künftigen Partner endgültig über die Umsetzung. Wenn alles klappt, wird die GmbH spätestens zum 31. August 2027 gegründet. Zusätzliche Kosten entstehen dem Kreis durch die aktuellen Vorbereitungen erst einmal nicht, da diese über den Verein finanziert werden.
Quelle: Kiedrich – zur Originalmeldung