Rheingau-Taunus-Kreis setzt auf KI und digitale Vernetzung
Der Rheingau-Taunus-Kreis (Hessen) will die Digitalisierung in der Verwaltung beschleunigen. Der Kreistag hat deshalb zugestimmt, dass der Kreis Mitglied im Verein GovTech Kommunal e.V. wird. Dieser Verein wurde im Dezember 2025 gegründet und bringt Städte und Landkreise aus ganz Deutschland zusammen, um gemeinsam an Software und digitalen Lösungen zu arbeiten.
Für den Kreis kostet die Mitgliedschaft 8.000 Euro im Jahr. Im Gegenzug bekommt er Zugang zu Schulungen über Künstliche Intelligenz, Cloud-Systeme und Cybersicherheit. Außerdem gibt es eine gemeinsame Plattform für Software. Ein großer Vorteil ist, dass der Kreis den Verein direkt beauftragen kann, ohne jedes Mal ein langwieriges und kompliziertes Vergabeverfahren starten zu müssen. Das spart Zeit und Nerven in der Verwaltung.
Landrat Sandro Zehner betont, dass man das Rad nicht überall neu erfinden müsse. Da der Kreis bereits als Pilotlandkreis für das Bundesdigitalministerium arbeitet, will man nun die Erfahrungen anderer Kommunen nutzen. Ziel ist es, dass Tools einmal geprüft werden und dann für alle funktionieren, statt dass jede kleine Gemeinde eigene Lösungen sucht.
Das Ganze ist Teil eines größeren Plans, dem sogenannten Deutschland-Stack. Das ist eine nationale Plattform, die bis 2028 dafür sorgen soll, dass Bund, Länder und Kommunen technisch besser zusammenarbeiten. Hessen spielt dabei eine wichtige Rolle, da Digitalministerin Kristina Sinemus im Präsidium von GovTech Deutschland sitzt.
Die Bürger sollen bereits jetzt merken, dass es vorangeht. So kann der Pflichtumtausch des Führerscheins schon komplett online erledigt werden, was den Gang zum Amt erspart. Auch Bauanträge und Auskünfte aus dem Baulastenverzeichnis funktionieren bereits digital. In den Bussen der RTV gibt es zudem ein System, das in Echtzeit zeigt, wie voll die Busse sind und ob sie pünktlich kommen.
Auch beim Thema Künstliche Intelligenz will der Kreis vorsichtig, aber konsequent vorgehen. Mit dem Projekt „KI-Kompass RTK“ werden die Mitarbeiter geschult. Es geht dabei nicht nur um die Technik, sondern auch um ethische Regeln und die europäische KI-Verordnung. Eine Arbeitsgruppe aus dem Landkreis und den Gemeinden tauscht sich seit einem Jahr aus, um die besten Lösungen für den Alltag zu finden.
Quelle: Kiedrich – zur Originalmeldung