Rheinbach erhält Kunstwerk mit Originalstein aus Verdun
In Rheinbach (Rhein-Sieg-Kreis, Nordrhein-Westfalen) gibt es nun ein besonderes Zeichen für den Frieden. Die Stadt hat ein Kunstwerk erhalten, das von dem Bildhauer Karl Günter Wolf und dem Grafiker Thorsten Laureck geschaffen wurde. Das Besondere daran ist ein eingebauter Stein: Es handelt sich um einen originalen Pflasterstein vom Vorplatz des Beinhauses von Douaumont.
Genau auf diesen Steinen standen am 22. September 1984 der damalige deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl und der französische Staatspräsident François Mitterrand. Bei einer Gedenkfeier für die Toten der beiden Weltkriege reichten sie sich dort die Hände. Dieser Händedruck gilt bis heute als eines der wichtigsten Symbole für die Versöhnung zwischen Deutschland und Frankreich.
Die Stiftung Beinhaus von Douaumont hat den Bürgern von Rheinbach das Werk als Dauerleihgabe übergeben. Damit will die Stiftung das Engagement der Stadt für die Völkerverständigung ehren. Besonders wichtig ist dabei die sogenannte „Partnerschaft des Friedens“ mit der Gemeinde Douaumont-Vaux, die zur Kreisstadt Verdun gehört.
Das Design der Gedenkplatte ist kein Zufall. Sie erinnert an ein begehbares Kunstwerk, das im Jahr 2024 genau an der Stelle der Friedensgeste in Verdun in den Boden eingelassen wurde. Ein fast identisches Werk wurde bereits der Stadt Rudolstadt überlassen, da François Mitterrand dort im Zweiten Weltkrieg als Kriegsgefangener festgehalten worden war.
Im Hintergrund der Geste steht das schreckliche Leid der Weltkriege. Im Beinhaus von Douaumont liegen die Überreste von 130.000 Soldaten, die nicht identifiziert werden konnten. Die Schlacht von Verdun im Jahr 1916 war besonders grausam; über 300 Tage lang verloren dort fast alle vierzig Sekunden Menschen ihr Leben oder wurden schwer verletzt.
Quelle: Rheinbach – zur Originalmeldung