Ratingen: Polizei jagt unseriöse Park-Fly-Anbieter
Am Donnerstag, den 6. August 2026, war in Ratingen (Kreis Mettmann, Nordrhein-Westfalen) zwischen 8 und 14 Uhr einiges los. Die Polizei, der Zoll aus Düsseldorf und das Straßenverkehrsamt haben gemeinsam Jagd auf unseriöse „Park & Fly“-Anbieter gemacht. Diese Firmen bieten Reisenden an, ihr Auto gegen Geld zu parken, während sie im Urlaub sind.
Insgesamt kontrollierten die Beamten 14 Shuttle-Transporter. Bei vier Fahrzeugen gab es ein Problem: Die Fahrer hatten keine Genehmigung, um Menschen zu transportieren. Die Polizei hat diese Verstöße direkt an das Straßenverkehrsamt gemeldet.
Besonders auffällig wurde ein Auto mit niederländischen Kennzeichen. Der Wagen fuhr mehrfach an der Standkontrolle vorbei, was den Polizistinnen und Polizisten verdächtig vorkam. Als sie den Wagen stoppten, stellte sich heraus: Es war ein Auto eines Kunden. Das Unternehmen nutzte den Wagen des Kunden einfach, um andere Leute zum Flughafen zu fahren. Die Polizei untersagte die Weiterfahrt und nahm eine Strafanzeige wegen unbefugten Gebrauchs des Fahrzeugs auf.
Auch der Zoll fand Fehler. Die Beamten entdeckten Verstöße gegen die Sozialversicherung und die Meldepflicht. Hierfür wurden eine Strafanzeige und eine Anzeige wegen einer Ordnungswidrigkeit geschrieben.
Der Hintergrund für die Razzia ist ein größeres Problem in Ratingen. In der Vergangenheit gab es viele Beschwerden, vor allem aus Ratingen-West. Anwohner beklagten, dass Kundenautos einfach im öffentlichen Raum abgestellt wurden. Zudem kamen Autos oft mit viel zu hohen Kilometerständen oder neuen Schäden zu den Besitzern zurück. Die Polizei vermutet, dass manche Firmen die Autos missbrauchen, etwa für illegale Straßenrennen.
Die Beamten raten Reisenden deshalb zur Vorsicht. Man solle den Kilometerstand und den Zustand des Autos bei der Übergabe genau dokumentieren. Zu günstige Angebote seien oft ein Warnsignal. Wer nach dem Urlaub Schäden am Wagen bemerkt, soll sofort zur Polizei gehen.
Die Kontrollen waren Teil des Projekts „zOOm“ der Kreispolizeibehörde Mettmann. Dabei nehmen die Beamten bestimmte Stadtteile ganz genau unter die Lupe. Die Behörden haben angekündigt, dass es auch in Zukunft weitere Kontrollen geben wird.
Ob und inwieweit sich die Verantwortlichen strafbar gemacht haben, klärt nun die Staatsanwaltschaft. Es gilt die Unschuldsvermutung.