Osterspai und Loreley fordern Antworten von der Bahn
Die Sanierung der rechten Rheinstrecke läuft, doch in der Region gibt es viel Ärger über die Umsetzung. Deshalb haben der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Loreley (Rheinland-Pfalz), Mike Weiland, der Ortsbürgermeister von Osterspai, Sebastian Reifferscheid, und Willi Pusch von einer Bürgerinitiative Ortstermine organisiert. Gemeinsam mit Ismail Ertug, dem Bevollmächtigten der Deutschen Bahn für Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen, besichtigten sie verschiedene Abschnitte der Strecke.
Ein großer Streitpunkt sind neue Weichenverbindungen, zum Beispiel bei Osterspai im Bereich des Sportplatzes. Die Deutsche Bahn beruft sich hier auf den sogenannten Bestandsschutz. Die Politiker verstehen das nicht: An dieser Stelle gab es früher nie Weichen, die Gleiswechsel lagen im Bahnhof. Sie wollen nun genau wissen, wie die Bahn diesen Bestandsschutz rechtlich begründet. Für die Anwohner ist das wichtig, denn davon hängt ab, ob es neue Genehmigungen und besseren Lärmschutz gibt.
Auch beim Lärmschutz gibt es Kritik. Die Bahn baut zwar Schallschutzwände, aber oft außerhalb der Ortslagen, etwa zwischen Filsen und Kamp-Bornhofen. Direkt an den Wohnhäusern fehlen aus Sicht der Kommunen oft die Wände. In Kamp-Bornhofen oder St. Goarshausen liegen die Gleise teilweise weniger als fünf Meter neben den Häusern. Die Gemeinden fordern nun einen Zeitplan, wann in Orten wie Braubach, Osterspai, Filsen, Kamp-Bornhofen, Kestert, St. Goarshausen und Kaub lückenloser Lärmschutz herkommt.
Besonders ärgerlich ist die Situation am Bahnhof Osterspai. Die Bahn baut den Mittelbahnsteig aufwendig neu, behält aber die steile Treppe in der Unterführung. Ein Aufzug soll zwar kommen, aber der Schacht bleibt erst einmal leer. Der Grund: Die Gemeinde müsste mitbezahlen, kann sich das aber nicht leisten. Rollstuhlfahrer, Menschen mit Kinderwagen oder Fahrrädern kommen so nicht auf den Bahnsteig. Die Gemeinde fragt sich, warum nicht eine günstigere und barrierefreie Lösung mit einem Außenbahnsteig geprüft wurde.
Zudem gibt es Fragen zur Finanzierung. Manche Bahnhöfe werden komplett vom Bund gefördert, andere nur über Rahmenvereinbarungen, bei denen die Gemeinden selbst Geld dazugeben müssen. Das empfinden die Kommunen als unfair, da sie kaum eigene Mittel haben.
Die Verbandsgemeinde Loreley, die Gemeinde Osterspai und die Bürgerinitiative haben ihre Fragen schriftlich an die Deutsche Bahn übermittelt und erwarten nun eine schnelle Antwort.
Quelle: Prath – zur Originalmeldung