Odenwaldkreis: Neuer Kreisbeigeordneter will Wirtschaft ankurbeln
In der Werner-Borchers-Halle in Erbach (Odenwaldkreis, Hessen) gab es am Montag wichtige Neuigkeiten aus der Politik. Kevin Schmauß wurde offiziell als hauptamtlicher Kreisbeigeordneter vereidigt. Vor dem Kreistagsvorsitzenden Rüdiger Holschuh legte er den Amtseid ab, danach überreichte ihm Landrat Frank Matiaske die Ernennungsurkunde. Gewählt worden war Schmauß bereits im Juni.
Schmauß ist unter anderem für die Wirtschaftsförderung zuständig. In seiner ersten Rede machte er deutlich, dass er nicht warten will, bis es zu spät ist. Er will den Odenwaldkreis als Standort für Unternehmen attraktiver machen. Dafür fordert er eine aktive Politik. Vor allem die Straßen im Odenwald sollen besser werden und die Züge pünktlicher sowie verlässlicher fahren. Er kritisierte zudem zu viel Bürokratie durch die EU und Reformstaus beim Bund, die vor allem dem Mittelstand schaden würden.
Neben der Personalie gab es wichtige Entscheidungen zum Geld. Das Regierungspräsidium Darmstadt hat den Haushalt für 2026 genehmigt. Der Kreis rechnet mit Einnahmen von 232,6 Millionen Euro, gibt aber 240,2 Millionen Euro aus. Das bedeutet ein Minus von 7,6 Millionen Euro. Die Städte und Gemeinden im Kreis müssen dafür aber nicht mehr bezahlen, der Umlagesatz bleibt bei 58 Prozent.
Auch das Kreiskrankenhaus wurde finanziell abgesichert. Damit das Haus immer zahlungsfähig bleibt, wurde eine Bürgschaft über 17,5 Millionen Euro bis Ende 2031 verlängert. Zusammen mit einem anderen Kredit stehen dem Krankenhaus so insgesamt 30 Millionen Euro zur Verfügung. Außerdem gibt es neue Ansprechpartner für Patienten: Christa Weyrauch und ihr Stellvertreter Lars Maruhn wurden als Patientenfürsprecher ernannt.
Für die Pendler und Fahrgäste gibt es einen neuen Nahverkehrsplan für die Jahre 2025 bis 2029. Die Odenwald-Regional-Gesellschaft mbH (OREG) hat diesen ausgearbeitet. Ziel ist es, dass alle Menschen mobil bleiben, auch wenn die Bevölkerung älter wird. Zudem sollen mehr Elektrobusse eingesetzt werden, um gesetzliche Vorgaben zu erfüllen. Vorschläge von Bürgern wurden dabei geprüft und, wenn sie bezahlbar sind, in den Plan aufgenommen.
Zum Schluss gab es eine Diskussion über Mähroboter. Die Grünen wollten den Einsatz dieser Geräte in der Nacht verbieten, um Insekten und Tiere zu schützen. Die SPD und die CDU waren dagegen. Sie wollen lieber eine Aufklärungskampagne starten, statt ein Verbot zu verhängen. Der Kreistag stimmte am Ende mit großer Mehrheit für den Vorschlag von SPD und CDU.