Nürnberg: Angriff mit Spritze im Regionalexpress
Es war kurz vor der Ankunft am Hauptbahnhof in Nürnberg (Bayern), als es am Mittwochnachmittag gegen 14:30 Uhr im Regionalexpress RE 40 aus Richtung Weiden lautstark zur Auseinandersetzung kam. Eine 56-jährige Zugbegleiterin bemerkte den Streit und versuchte, die Beteiligten zu trennen.
Dann eskalierte die Situation. Ein 31-jähriger Mann zog eine Spritze und machte damit Stichbewegungen in Richtung des Oberkörpers der Zugbegleiterin sowie von drei weiteren Reisenden, die 15, 16 und 25 Jahre alt sind. Ein 16-Jähriger konnte dem Angriff im letzten Moment ausweichen. Niemand wurde verletzt, doch der Mann soll die Menschen zudem bedroht haben. Die Zugbegleiterin rief sofort die Bundespolizei.
Als die Beamten am Bahnhof eintrafen, war der Verdächtige bereits aus dem Zug verschwunden. Die Polizei konnte ihn jedoch später ausfindig machen und an seiner Wohnung festnehmen. Nachdem die Beamten die notwendigen Maßnahmen abgeschlossen hatten, wurde der Mann wieder entlassen.
Während des Einsatzes entdeckten die Polizisten noch einen weiteren Vorfall. Ein 39-jähriger Begleiter des Angreifers hatte sich ein Hakenkreuz auf den nackten Oberkörper gemalt. Er lief mit freiem Oberkörper durch das Zugabteil und zeigte mehreren Reisenden den Mittelfinger.
Die Bundespolizei in Nürnberg ermittelt nun gegen den 31-Jährigen wegen des Verdachts der Bedrohung und der versuchten gefährlichen Körperverletzung. Gegen den 39-Jährigen läuft das Verfahren wegen Beleidigung und wegen des Verdachts, Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verwendet zu haben. Ob und inwieweit sich die Männer strafbar gemacht haben, klärt nun die Staatsanwaltschaft. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Quelle: Bundespolizeidirektion München – zur Originalmeldung