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Neuenhagen: Die Geschichte der Platanenallee

Copyright und Urheber siehe Neuenhagen bei Berlin

Von Kohlehändlern, Streit um Pflastersteine und einer dunklen Straße: Der Ortschronist Kai Hildebrandt blickt auf die Entwicklung der Platanenallee zurück.

Die Platanenallee in Neuenhagen (Landkreis Märkisch-Oderland, Brandenburg) ist heute etwa 810 Meter lang und liegt zwischen der Lindenstraße und dem Hönower Feld. Doch wie die Straße zu ihrem Namen kam und was dort früher passierte, erzählt die Geschichte der Gemeinde.

Alles begann im Jahr 1910 mit einem Bauplan. Damals hieß die Straße noch schlicht „Straße 76“. Erst im Mai 1920 bekam sie ihren heutigen Namen, nachdem der örtliche Grundbesitzerverein Gartenstadt Hoppegarten einen entsprechenden Antrag gestellt hatte. Benannt wurde sie nach den Bäumen, die an den Rändern gepflanzt wurden.

Beim Bau der Straße gab es in den 1920er Jahren eine knappe Entscheidung unter den Anwohnern. Es wurde abgestimmt, ob die Straße aus Schlacke oder aus Steinpflaster bestehen sollte. Mit 17 zu 14 Stimmen gewannen die Steine. Ein Meister aus Köpenick übernahm die Arbeit, während die Steine aus sächsischen Granitwerken bei Dresden kamen. Die Platanen selbst wurden von einem Gärtner aus der Hauptstraße gepflanzt.

Früher war die Versorgung in der Allee erstaunlich gut. Auf der kurzen Strecke gab es viele Läden: einen Friseur, einen Wollladen, eine Bäckerei, einen Kohlehandel und sogar eine Molkerei. Beim Friseur Joseph Passavanti wurde laut Erzählungen oft hitzig über die Renntage in Hoppegarten diskutiert. Wer dort einkaufte, brauchte nicht weit zu fahren, um seinen Bedarf zu decken.

Nicht alles lief jedoch glatt. Im Jahr 1950 beschwerte sich eine Anwohnerin beim Gemeinderat über die schlechte Straßenbeleuchtung. Es war so dunkel, dass Ortsunkundige den Weg nicht fanden. Sogar Pfarrer Dürr musste mit einer Taschenlampe von Haus zu Haus gehen, um jemanden zu finden. Die Gemeinde antwortete damals knapp: In diesem Jahr würde die Beleuchtung nicht ausgebaut werden, man versprach aber, dass Geld für die Zukunft bewilligt würde.

Heute hat sich das Bild gewandelt. Von den vielen Läden sind nur noch zwei Firmen übrig geblieben. Wo früher ein Feld die Straße begrenzte, führt heute ein Radweg über den Zochegraben nach Hönow.

Quelle: Neuenhagen bei Berlin – zur Originalmeldung

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