Neuenbürg verwandelt Grünflächen in Insektenparadiese
In Neuenbürg (Enzkreis, Baden-Württemberg) wird es bald bunter und wilder. Die Stadt arbeitet zusammen mit dem NABU und dem Land an einem Projekt, das gegen das Insektensterben helfen soll. Ziel ist es, öffentliche Grünflächen in insektenfreundliche Blumenwiesen und Säume zu verwandeln. Neuenbürg ist in diesem Jahr eine von insgesamt 15 geförderten Gemeinden in Baden-Württemberg.
Seit dieser Woche laufen die Vorbereitungen auf den ausgewählten Flächen. Wer dort vorbeiläuft, sieht momentan vielleicht nur graue Flächen aus Schotter und Kompost. Das ist Absicht: Wildblumen und Wildstauden brauchen einen mageren Boden, um gut zu wachsen. Projektleiter Martin vom NABU warnt deshalb davor, die Flächen mit Parkplätzen oder nutzlosen Schottergärten zu verwechseln. Durch die Mischung aus mineralischem Material und Grünschnittkompost bekommen die Samen genug Halt für ihre Wurzeln.
Konkret geht es an verschiedenen Stellen in der Stadt zur Sache. Am Kreisel Wilhelmshöhe werden die Beete leergeräumt und mit dem speziellen Substrat aufgefüllt. Im Stadtgarten werden zudem invasive Pflanzen entfernt, damit heimische Blühpflanzen Platz haben.
Ein besonderer Termin steht für Ende September an: Am 24. September wird Neuenbürg zum Treffpunkt für Gärtner aus allen geförderten Gemeinden. Da die Stadt als Pilotgemeinde ausgewählt wurde, findet dort ein großer Pflanztag statt. Bei diesem Workshop lernen die Fachleute gemeinsam die besten Methoden für die Anlage der Flächen.
Die Stadt und der NABU bitten die Bürger um etwas Geduld. Es wird ein bis zwei Jahre dauern, bis sich die Flächen voll entwickelt haben. Im nächsten Jahr sollen dann die ersten Blüten für Mauerbienen, Stieglitze oder Schachbrettfalter erscheinen. Ein Vorteil für die Stadtverwaltung: Wenn die Wildpflanzen erst einmal angewachsen sind, müssen sie seltener gegossen und gemäht werden.
Quelle: Neuenbürg – zur Originalmeldung