Neue OP-Methode gegen Beckenbodensenkung in Groß-Umstadt
Frauen, die unter schweren Beckenbodensenkungen leiden, haben in Groß-Umstadt (Landkreis Darmstadt-Dieburg, Hessen) nun eine neue Behandlungsoption. In der Klinik für Frauenheilkunde der Kreiskliniken wird eine sogenannte laparoskopisch-minimalinvasive Senkungsoperation angeboten. Das klingt kompliziert, ist aber im Grunde eine Art Schlüsselloch-Chirurgie.
Bei dem Eingriff setzt der Chefarzt Alexander Ispas drei kleine Schnitte am Nabel und am Unterbauch. Diese sind jeweils nur einen Zentimeter groß. Durch diese Öffnungen zieht das Team den Beckenboden mit einem feinen Band nach oben und befestigt es am Kreuzbein. Der große Vorteil: Die Gebärmutter bleibt erhalten. Das bedeutet, dass Frauen auch nach der Operation noch Kinder bekommen können. Bei der alten Methode war das deutlich schwieriger.
Bisher wurde bei schweren Fällen meist durch die Scheide operiert und mit Netzen gearbeitet. Diese Technik wird in der Klinik weiterhin angeboten, da sie je nach Patientin sinnvoll sein kann. Die neue Methode ist vor allem für Frauen mit einem Kinderwunsch empfehlenswert.
Bisher mussten Patientinnen aus der Region oft weite Wege nach Frankfurt, Mainz oder Wiesbaden auf sich nehmen, um diese spezielle Operation zu bekommen. Nun ist das Angebot direkt vor Ort verfügbar. Das Team aus dem Chefarzt, der leitenden Oberärztin Petra Nesnídalová und dem Oberarzt Ilya Goldberg hat die Feinheiten der Technik von einem Experten gelernt. Inzwischen wurden bereits mehr als 20 Operationen nach dem neuen Verfahren durchgeführt, die alle gut verlaufen sind.
Eine Beckenbodensenkung passiert, wenn Gebärmutter, Blase, Scheide oder Enddarm absinken, weil der Beckenboden zu schwach ist. Das kann durch Schwangerschaften, Geburten, Übergewicht oder schwere körperliche Arbeit passieren. Die Betroffenen leiden oft unter Schmerzen, Druckgefühlen oder Problemen beim Wasserlassen und Stuhlgang.