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Neu-Ulm benennt Veranstaltungssaal nach Anna Pfänder

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Die Bürger von Neu-Ulm haben abgestimmt: Ein neuer Saal im Heiners bekommt den Namen der ersten Stadträtin der Stadt.

In Neu-Ulm (Bayern) gibt es einen neuen Namen für einen öffentlichen Raum. Der Veranstaltungssaal im Heiners wird künftig „Anna-Pfänder-Saal“ heißen. Die Entscheidung trafen die Menschen der Stadt in einer Online-Abstimmung, die vom 14. bis zum 28. August 2026 lief.

Insgesamt 860 Menschen machten mit. Anna Pfänder gewann das Rennen mit 48,4 Prozent der Stimmen. Damit ließ sie die anderen beiden Kandidatinnen hinter sich. Ottilie („Tilli“) Wunder-Riechers landete mit 27,6 Prozent auf dem zweiten Platz, Dr. PD Adele Hartmann folgte mit 24,1 Prozent.

Mit dem Namen ehrt die Stadt das Lebenswerk von Anna Pfänder (1891–1984). Sie war eine Pionierin in der Politik und die erste Frau, die im Neu-Ulmer Stadtrat saß. Von 1919 bis 1933 war sie dort aktiv. Pfänder arbeitete als Lehrerin und Rektorin und kämpfte lange Zeit für Bildung und soziale Gerechtigkeit. Sie gehörte der SPD an und kümmerte sich unter anderem um den Krippenfond.

Besonders bemerkenswert war ihr Verhalten während der NS-Zeit: Sie weigerte sich, der NSDAP beizutreten. Stattdessen half sie über die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt Familien und Kindern, die in Not waren. Nach dem Krieg engagierte sie sich ab 1947 im Vorstand der Arbeiterwohlfahrt.

Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger betonte, dass alle drei Frauen die Ehre verdient hätten. Anna Pfänders Einsatz für andere passe perfekt zu den Werten der Stadt. Der Saal im Heiners soll nun ein wichtiger Treffpunkt werden. Dort sind künftig Konzerte, Lesungen, Vorträge und andere kulturelle Events geplant.

Quelle: Neu-Ulm – zur Originalmeldung

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