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Nettetal: Sanierung alter Reinigung sorgt für Stau

In Schlöp werden giftige Altlasten aus dem Boden geholt. Wegen der großen Maschinen wird die Johannesstraße für etwa sieben Monate halbseitig gesperrt.

In dem Ortsteil Schlöp (Nettetal, Kreis Viersen) wird es ab dem 27. Juli 2026 laut und eng. Auf dem Gelände einer ehemaligen chemischen Reinigung im Boden und im Grundwasser wurden Giftstoffe gefunden. Die Verunreinigungen reichen bis zu 20 Meter tief in die Erde. Deshalb startet nun eine große Sanierung, um die Schadstoffe dauerhaft zu entfernen.

Damit die Arbeiter an die Giftstoffe herankommen, muss erst ein Gebäude abgerissen werden. Danach wird Erde ausgehoben, damit ein riesiges Bohrgerät auf der Fläche Platz findet. Die Maschine bohrt 138 tiefe Löcher in den Boden. Diese Löcher werden so gesetzt, dass sie sich überschneiden. Danach füllen die Arbeiter die Löcher sofort wieder mit sauberem Material auf. So wird sichergestellt, dass kein belasteter Bereich übersehen wird.

Das Grundwasser wird während der Arbeiten mit Aktivkohlefiltern gereinigt und direkt auf der Baustelle wieder genutzt. Zusätzlich bauen die Firmen eine Anlage, die das Wasser in Fließrichtung abpumpt. Das soll verhindern, dass die Schadstoffe durch die Bauarbeiten im Boden verschoben werden.

Für die Anwohner bedeutet das viel Verkehr und Lärm. Da das Grundstück klein ist und die Zufahrt eng ist, wird die Johannesstraße (L373) vor den Häusern 4, 5, 6 und 8 halbseitig gesperrt. Eine Ampel regelt dort den Verkehr. Diese Sperrung wird voraussichtlich etwa sieben Monate dauern.

Die Mengen sind gewaltig: Rund 7.300 Tonnen belasteter Boden und etwa 1.000 Tonnen Bauschutt müssen weg. Im Gegenzug wird die gleiche Menge an sauberem Sand und Kies angeliefert. Insgesamt rechnen die Planer mit 800 Lkw-Fahrten. In der intensivsten Phase werden täglich etwa zehn Lkw die Straße nutzen.

Hintergrund der Aktion ist eine Reinigung, die dort von 1925 bis 1974 betrieben wurde. Damals gab es noch keine strengen Umweltregeln, weshalb Chemikalien ungehindert in den Boden sickerten. Der Verband AAV steuert das Projekt gemeinsam mit dem Kreis Viersen. Zum Schutz der Nachbarschaft sollen Lärm und Gerüche so gut wie möglich reduziert werden, Beeinträchtigungen lassen sich aber nicht ganz vermeiden.

Quelle: Kreis Viersen – zur Originalmeldung

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