München: Stadt will S-Bahn-Netz ohne zweite Stammstrecke stärken
Ein Bündnis aus Stadtratsmitgliedern der Grünen, der Rosa Liste und Volt hat ein Paket vorgelegt, um den öffentlichen Nahverkehr in München (Landeshauptstadt Bayern) zu verbessern. Die Politiker wollen nicht auf die Fertigstellung der zweiten Stammstrecke warten, sondern das S-Bahn-Netz jetzt schrittweise ausbauen.
Ein wichtiger Punkt ist die sogenannte Sendlinger Spange. Die S20 soll ganztägig ab Höllriegelskreuth mit Halt am Harras nach Pasing fahren. Je nachdem, ob Gleise frei sind, soll die Strecke bis Buchenau verlängert werden. Damit würde auch die Anbindung von Freiham über den Halt Aubing besser werden. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) sagt dazu, dass dies ein Ziel des Freistaats sei. Ein Teil ist bereits erledigt: Seit Dezember 2025 gibt es die Überleitverbindung Laim. Damit können Züge bei Störungen an der Stammstrecke zum Heimeranplatz geleitet werden. Für eine weitere Bahnsteigkante am Heimeranplatz muss man noch auf das rechtliche Baurecht warten.
Zudem gibt es Pläne für eine neue Linie S37 von Holzkirchen über einen neuen Halt Menterschwaige, den Harras und den Heimeranplatz nach Pasing und weiter Richtung Maisach. Die BEG hat einen Halt in Menterschwaige bereits geprüft und befürwortet. Da es aber viele Projekte und zu wenig Geld gibt, muss erst entschieden werden, welche Priorität das Vorhaben hat. Ein 30-Minuten-Takt zwischen Heimeranplatz und Deisenhofen über die Großhesseloher Brücke wurde dabei untersucht.
Andere Ideen stoßen auf größere Hürden. Eine neue Linie S30 von Trudering über den Ostbahnhof und die Poccistraße nach Pasing ist laut BEG derzeit nicht machbar. In Trudering fehlt ein passendes Wendegleis für einen 10-Minuten-Takt, und der Südring ist im aktuellen Zustand nicht für einen S-Bahn-Taktverkehr geeignet.
Auch im Norden gibt es Pläne für einen Nordring. Eine Linie S26 von Röhrmoos bis zur Studentenstadt mit Halten an der Lasallestraße, dem FIZ und dem Euro-Industriepark wird geprüft. Hier gibt es Abhängigkeiten zum Güterverkehr, weshalb die Kosten noch genau berechnet werden müssen. Ein Pendelzug zwischen Karlsfeld und dem BMW-FIZ wird bereits genauer untersucht.
Eine Tangentiallinie S23 von Deisenhofen über den Ostbahnhof und Leuchtenbergring Richtung Markt Schwaben ist laut BEG technisch nicht fahrbar. Es gäbe zu viele Konflikte bei den Weichen zwischen Ostbahnhof und Giesing.
Das Mobilitätsreferat sieht das größte Problem aktuell im Zustand der Gleise. Es gibt viele Stellen, an denen Züge nur langsam fahren dürfen. Die Deutsche Bahn (DB InfraGo) arbeitet laut Stadt daran, das Netz wieder in Ordnung zu bringen. Die Ermittlungen zu den verschiedenen Ausbauoptionen dauern an.
Quelle: München – zur Originalmeldung