München lehnt Fahrgemeinschaftsspur am Allacher Tunnel ab
Einige Stadträte der CSU und der Freien Wähler hatten eine Idee für den Allacher Tunnel (München) gehabt. Sie wollten, dass während der Sanierung des Tunnels sogenannte Fahrgemeinschaftsspuren eingerichtet werden. Auf diesen Spuren hätten dann nur Autos mit mehreren Insassen und Busse fahren dürfen, um den Stau zu verringern.
Das Mobilitätsreferat der Stadt hat diesen Antrag nun abgelehnt. Der Grund ist simpel: Es gibt in der Straßenverkehrsordnung gar keine passenden Schilder für solche Spuren. Ohne die richtigen Schilder kann man eine solche Regelung nicht legal einführen. Zudem ist die Stadt gar nicht zuständig, da die Autobahn GmbH des Bundes den Tunnel und die A 99 verwaltet.
Die Stadt erinnert zudem an ein Beispiel von der IAA 2021. Damals gab es auf der A 94 eine sogenannte „Blue-Lane“ für Mischverkehr. Das Experiment war ein Flop. Zu viele Fahrer nutzten die Spur falsch, was den Verkehr am Ende eher schlimmer gemacht hat als verbessert hat. Ohne eine strenge Kontrolle und klare Regeln würde das Gleiche im Allacher Tunnel wohl wieder passieren.
Dennoch wird an anderen Lösungen gearbeitet. Im Rahmen der Initiative „Mobile Zukunft München“ wurden über 50 Maßnahmen geprüft. Am Ende bleiben zehn konkrete Projekte übrig, die den Verkehr während der Bauzeit entlasten sollen. Dazu gehören unter anderem eine Ride-Sharing-App vom MVV, bessere Infos für Navi-Dienste und der Ausbau der Buslinien 172 und 710.
Auch das Bundesverkehrsministerium wurde bereits angeschrieben. Die Stadt und ihre Partner hoffen auf finanzielle und planerische Hilfe aus Berlin, damit die Region während der Sanierung des Tunnels überhaupt erreichbar bleibt. Die Idee mit der Fahrgemeinschaftsspur ist damit jedoch vom Tisch.
Quelle: München – zur Originalmeldung