München: Kopfhörer-Diebstahl im ICE durch Ortungs-App gelöst
Alles begann am 9. Juli. Ein 24-jähriger Deutscher reiste mit dem ICE 1601 von Berlin nach München. Bei der Ankunft bemerkte er, dass seine kabellosen Kopfhörer fehlten. Er hatte sie im Schnellzug vergessen. Zuerst hoffte er, dass jemand die Kopfhörer im Fundbüro abgegeben hatte, doch dort tauchten sie nicht auf.
Der Mann gab die Hoffnung nicht auf und nutzte die Ortungsfunktion seiner Kopfhörer. Die App zeigte ihm, dass sich die Geräte auf einem Bahnbetriebsgelände in München (Bayern) befanden. Daraufhin ging er zur Polizeiinspektion 41 und erstattete Anzeige.
Die Bundespolizei nahm die Spur auf. Die Ermittlungen ergaben, dass die Kopfhörer wohl in einem Umkleideraum für die Bahnmitarbeiter gelandet waren. Eine Richterin vom Amtsgericht München gab die Durchsuchung frei. Die Beamten schauten in den Spind einer 34-jährigen Reinigungskraft aus Afghanistan und fanden dort tatsächlich die vermissten Kopfhörer. Dabei entdeckten die Polizisten auch andere Sachen, die vermutlich gestohlen worden waren.
Die Beamten gingen dann weiter vor und durchsuchten mit Zustimmung des Mannes auch seine Wohnung im Landkreis Mühldorf am Inn (Bayern). Dort fanden sie noch mehr Kopfhörer, teilweise sehr teure Modelle. Die Polizei nahm die Geräte sicher. Wie hoch der Gesamtschaden ist, wird derzeit noch geprüft.
Nach den Durchsuchungen ließen die Beamten den 34-Jährigen an seinem Arbeitsplatz wieder laufen. Bisher war der Mann noch nicht polizeilich bekannt.
Die Bundespolizeiinspektion München ermittelt nun wegen Diebstahls und Unterschlagung. Ob und inwieweit sich der Verdächtige strafbar gemacht hat, klärt nun die Staatsanwaltschaft. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Quelle: Bundespolizeidirektion München – zur Originalmeldung