München gedenkt der Opfer des OEZ-Anschlags
Vor genau zehn Jahren, am 22. Juli 2016, geschah eines der schwersten Verbrechen in der Geschichte von München (Bayern). Ein Täter hatte aus rassistischen Gründen am Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) an der Hanauer Straße Schüsse abgefeuert. Bei diesem rechtsterroristischen Anschlag wurden neun Menschen getötet, die meisten davon Jugendliche oder junge Erwachsene. Fünf weitere Menschen wurden damals schwer verletzt.
Um diese Menschen nicht zu vergessen, hat die Stadt nun eine Gedenktafel im Rathaus angebracht. Die Tafel befindet sich im Durchgang zum Prunkhof. Gemeinsam mit den Angehörigen der Opfer haben Oberbürgermeister Dominik Krause, Bürgermeisterin Mona Fuchs und Mitglieder des Stadtrats die Tafel enthüllt. Auf dem Stein stehen die Namen aller neun Ermordeten: Armela Segashi, Can Leyla, Dijamant Zabërgja, Guiliano Kollmann, Hüseyin Dayıcık, Roberto Rafael, Sabine Sulaj, Selçuk Kılıç und Sevda Dağ. Auch die fünf Schwerverletzten werden dort erwähnt. Die Tafel macht zudem deutlich, dass die Tat rassistisch und rechtsterroristisch motiviert war.
Die Idee für die Tafel kam von allen Fraktionen im Stadtrat. Die Stadt wollte damit ein sichtbares Zeichen gegen Rechtsextremismus setzen. Im Rathaus gibt es bereits eine ähnliche Tafel, die an das Attentat auf dem Oktoberfest von 1980 erinnert.
Zum offiziellen zehnten Jahrestag findet am Mittwoch, den 22. Juli, eine weitere Gedenkveranstaltung statt. Ab 16 Uhr treffen sich Menschen am Denkmal „Für Euch“ an der Hanauer Straße. Organisiert wurde der Termin gemeinsam von den Familien der Opfer und der Stadt. Unter anderem werden Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Landtagspräsidentin Ilse Aigner und Oberbürgermeister Dominik Krause sprechen.
Die Veranstaltung ist für jeden zugänglich und barrierefrei. Wer teilnehmen möchte, sollte jedoch beachten, dass aus Sicherheitsgründen keine Taschen oder Rucksäcke mitgebracht werden dürfen.
Quelle: München – zur Originalmeldung