Millionenbetrug mit gefälschten Rechnungen: Härteurteile in Detmold
Die Betrüger hatten ein einfaches, aber effektives System: Seit September 2020 verschickten sie mehr als 150.000 gefälschte Rechnungen. Darin ging es um Kosten für Einträge im Handelsregister. Die Briefe kamen aus dem Raum Düsseldorf, wurden aber gezielt an Unternehmen und Vereine geschickt. Viele glaubten den Schreiben und überwiesen hohe dreistellige Beträge. Insgesamt entstand so ein Schaden von 2,7 Millionen Euro.
Die Jagd nach den Tätern war kompliziert, weil die Bande international arbeitete. Staatsanwälte aus Detmold (Kreis Lippe, Nordrhein-Westfalen) und Estland gründeten eine gemeinsame Gruppe. Mit Hilfe von Europol und Eurojust verfolgten sie das Geld durch ganz Europa, unter anderem über Lettland, Litauen, Ungarn, Malta, Bulgarien und Tschechien. Die Spur führte schließlich nach Estland und von dort zurück zum Kopf der Bande in Düsseldorf.
Im April 2023 schlug die Polizei im Morgengrauen zu. Etwa 70 Beamte waren im Einsatz, inklusive Spürhunden für Geld und Drogen. In Düsseldorf, Ratingen und Langenfeld (Nordrhein-Westfalen) durchsuchten die Beamten Gebäude. Sie fanden Beweismittel, Bargeld, Drogen und sogar eine scharfe Schusswaffe. Zudem wurden rund 300 Bankkonten eingefroren und Vermögenswerte im Wert von etwa 150.000 Euro sichergestellt.
Nun ist das Verfahren für drei der Beteiligten beendet. Der Bundesgerichtshof hat die Revisionen verworfen. Ein 45 Jahre alter Deutscher muss nun für 4 Jahre und 6 Monate ins Gefängnis. Ein 49 Jahre alter Lette wurde zu 4 Jahren und 3 Monaten verurteilt. Ein 67 Jahre alter Este, der der Bande half, bekommt 3 Jahre und 3 Monate Haft.
Das Thema ist aber noch nicht ganz erledigt. Die Staatsanwaltschaft Detmold hat gegen zwei weitere Mittäter und einen Gehilfen Anklage erhoben. Zudem gibt es noch Streit um die eingezogenen Taterträge. Hier hat der Bundesgerichtshof die Entscheidung aufgehoben und die Sache an eine andere Kammer des Landgerichts Detmold zurückverwiesen.
Die Ermittlungen gegen weitere Mitglieder der Bande dauern an. Wer vom Betrug betroffen ist, soll die Webseite der Staatsanwaltschaft Detmold im Auge behalten. Dort werden zu einem späteren Zeitpunkt Informationen für die Geschädigten veröffentlicht.