Mechernich-Kommern: Umbau am Mühlensee beginnt
Am Kommerner Mühlensee (Kreis Euskirchen, Nordrhein-Westfalen) haben die Bauarbeiten offiziell begonnen. Mit einem Spatenstich gaben der Erftverband, die Stadt Mechernich und der Kreis Euskirchen den Startschuss. Ziel ist es, den Ortsteil Kommern besser vor Hochwasser des Bleibachs zu schützen.
Das Projekt ist groß: Auf einer Fläche von etwa drei Hektar soll ein Rückhaltebecken entstehen. Dieses kann künftig 83.000 Kubikmeter Wasser speichern. Im ersten Bauabschnitt wird dafür ein neues Bauwerk in den Damm eingebaut. Es funktioniert wie eine Bremse: Bei Hochwasser wird ein Teil des Wassers zurückgehalten und nur so viel in Richtung Kommern gelassen, wie der Ort ohne Schäden bewältigen kann.
Besonders wichtig ist dabei die Sicherheit. Wenn das Becken voll ist, senken sich mechanische Klappen automatisch ab, damit das restliche Wasser abfließen kann und der Damm nicht bricht. Das Ganze funktioniert ohne Strom, sodass das System auch bei einem Stromausfall sicher bleibt.
Für die Menschen vor Ort gibt es eine Einschränkung: Der Ernst-Becker-Weg über den Damm ist während der Bauzeit nicht mehr befahrbar. Wer mit dem Auto kommt, muss Umleitungen nutzen. Fußgänger können den Damm aber weiterhin über eine Behelfsbrücke überqueren. Die Bauzeit für diesen ersten Teil wird etwa ein Jahr dauern.
Ein zweiter Bauabschnitt folgt später. Hier wird das Becken gestaltet. Damit beginnt die Arbeit erst, wenn die Bodenbrüter in der Natur ihre Brutzeit beendet haben.
Ein Problem ist der Boden: Teile des Aushubs sind stark mit Schwermetallen belastet. Deshalb wird genau geprüft, welche Erde wo landet. Die belasteten Stoffe werden getrennt entsorgt oder, wenn es geht, wiederverwertet. Die Grundlage für den Umbau ist eine Genehmigung, die die Stadt Mechernich im Juli 2025 erhalten hat. Die Umsetzung liegt nun in den Händen des Erftverbandes.