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Marburg-Biedenkopf: Rekordzahl an Edelkrebsen im Kohlenacker

Foto PM 256/2026 Copyright und Urheber siehe Landkreis Marburg-Biedenkopf

Im Naturschutzgebiet Steinbruch Kohlenacker kehrt die heimische Krebsart zurück. Gleichzeitig warnt der Landkreis vor illegalen Badegästen.

Gute Nachrichten für die Natur im Landkreis Marburg-Biedenkopf (Mittelhessen). Im Naturschutzgebiet „Steinbruch Kohlenacker“ bei Angelburg-Gönnern gibt es einen neuen Rekord beim Edelkrebs. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 961 Tiere nachgewiesen. Zum Vergleich: Im Jahr 2020 waren es gerade einmal 74 Exemplare.

Der Erfolg ist das Ergebnis eines langen Kampfes gegen den amerikanischen Signalkrebs. Diese Art wurde eingeschleppt und ist gefährlich, weil sie die Krebspest überträgt. Gegen die Krankheit haben die heimischen Edelkrebse keine Chance. Deshalb fischen Experten seit 2014 gezielt Signalkrebse aus dem See. Mit speziellen Fallen, den sogenannten Reusen, wurden so bereits rund 85.100 Tiere entfernt. Die Signalkrebse werden getötet und kulinarisch verwertet, während die Edelkrebse wieder zurück ins Wasser dürfen.

Neben der Naturschutzbehörde helfen auch Ehrenamtliche vom NABU und lokale Experten bei der Arbeit. Durch die weniger Signalkrebse haben die Edelkrebse nun mehr Platz und Nahrung. Das hilft auch anderen Tieren, wie der seltenen Geburtshelferkröte. Die Behörde will den Druck auf die Signalkrebse hochhalten, damit diese sich nicht wieder vermehren können.

Doch es gibt auch Probleme mit Menschen. Besonders im Sommer nutzen viele den Steinbruchsee illegal zum Baden. Die Behörde erinnert daran, dass Baden, Angeln, Lagern und das Hinterlassen von Müll streng verboten sind. Wer sich nicht an die Regeln hält, riskiert hohe Bußgelder von bis zu 50.000 Euro. Besucher sollen unbedingt auf den markierten Wegen bleiben.

Ähnlich sieht es im Naturschutzgebiet „Dimberg bei Steinperf“ in der Gemeinde Steffenberg aus. Dort ist das gesamte Gebiet eingezäunt. Trotzdem schneiden oder drücken manche Leute den Zaun nieder, um heimlich hineinzukommen.

Um die Natur besser zu schützen, plant die Naturschutzbehörde nun mehr Kontrollen. Dabei arbeitet sie mit der Polizeistation Biedenkopf und den Ordnungsämtern zusammen.

Quelle: Landkreis Marburg-Biedenkopf – zur Originalmeldung

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