Mannheim: Viele Kinder können nicht Fahrrad fahren
Auf dem Stadtteilfest in Herzogenried (Mannheim, Baden-Württemberg) gab es am 24. Juli eine besondere Aktion. An einem Stand wurde die Frage gestellt, ob die Besucher Kinder kennen, die nicht Fahrrad fahren können. Die Leute antworteten mit farbigen Bällen. Das Ergebnis war überraschend: Fast ein Drittel der Bälle landete in der Box für ein Ja. Das zeigt, dass das Radfahren für viele Kinder heute nicht mehr selbstverständlich ist.
Die Menschen vor Ort erzählten am Stand, warum das so ist. Oft fehlt den Eltern im stressigen Alltag die Zeit. Zudem gibt es zu wenige sichere Plätze, an denen man in Ruhe üben kann. Die Kinder selbst haben oft Angst, hinzufallen, oder sie fühlen sich im Straßenverkehr unsicher.
Auch Bildungsbürgermeister Dirk Grunert besuchte den Stand. Er erklärte, dass Radfahren mehr ist als nur ein Hobby. Es helfe den Kindern, motorisch besser zu werden und selbstbewusster zu werden. In einer Großstadt wie Mannheim sei diese Freiheit wichtig für alle Kinder.
Das Problem merken auch die Lehrer der Jugendverkehrsschule. Jörg Vollweiler, der dort verantwortlich ist, berichtet, dass immer mehr Schüler die Voraussetzungen für die Fahrradprüfung nicht erfüllen. Manche Kinder in der vierten Klasse können die Übungen gar nicht machen, weil sie überhaupt nicht Rad fahren können.
Um zu helfen, informierte Dr. Claudia Mauser vom Projekt GreenDEMO über verschiedene Angebote. Es gibt zum Beispiel Geschicklichkeitstrainings der Jugendverkehrsschule während der Ferien oder Kurse vom ADFC für Erwachsene. Für Familien gab es am Stand zudem ein Radquiz.
Das Projekt GreenDEMO wird von der EU gefördert. Ziel ist es, die Hürden beim Lernen zu finden und bessere Hilfsangebote für die Familien zu entwickeln.
Quelle: Mannheim – zur Originalmeldung