Mannheim: Polizei jagt Ausschreiber nach Pokalderby
Schon vor dem Anpfiff im Carl-Benz-Stadion in Mannheim (Baden-Württemberg) brannte die Luft. Anhänger des 1. FC Kaiserslautern feuerten massiv Pyrotechnik auf den Rasen. Das Spiel konnte deshalb nicht pünktlich beginnen. Auch während der Partie brannten in beiden Fanblöcken immer wieder Raketen und Co.
Auf dem Platz wurde es dann hitzig, als sich die Spieler beider Mannschaften in einem Rudel gegenüberstanden. Diese aggressive Stimmung sprang sofort auf die Zuschauer über. Plötzlich flogen Becher in Richtung der Mannschaft aus Kaiserslautern. Kurz darauf schossen Fans des Gastclubs mit Raketen auf die Haupttribüne des SV Waldhof Mannheim.
Dann stürmten Mannheimer Anhänger das Spielfeld. Viele Polizisten mussten eingreifen, um die Leute zurück auf die Ränge zu drängen. Dabei wurden die Beamten massiv mit Pyrotechnik beschossen.
Auch im Stadion wurde zerstört. Fans aus Kaiserslautern rissen mehrere Sitzreihen aus der Verankerung. Nach dem Abpfiff verbrannten sie zudem ihre Choreografie, was zu einem hohen Sachschaden führte.
Die Polizei nimmt die Sache ernst und hat eine eigene Ermittlungsgruppe namens "Campus Ludi" gegründet. Elf Beamte aus der Schutz- und Kriminalpolizei arbeiten daran, die Vorfälle aufzuklären. Sie wollen nun alle verfügbaren Informationen und Aufnahmen auswerten, um die Verantwortlichen zu finden.
Die Ermittler suchen deshalb dringend nach Zeugen. Wer Fotos oder Videos von den Ausschreitungen gemacht hat, soll diese über das Online-Hinweisportal der Polizei hochladen. Auch kleine Details auf den Bildern können helfen, die Tatverdächtigen zu identifizieren.
Die Ermittlungen dauern an. Ob und inwieweit sich die Beteiligten strafbar gemacht haben, klärt nun die Staatsanwaltschaft. Es gilt die Unschuldsvermutung.