Mannheim: Mann schlägt mit Tasche auf Kleinkind ein
Es war Dienstagnachmittag, kurz vor halb vier, als es im ICE 373 auf der Strecke von Frankfurt nach Mannheim zu dem Vorfall kam. Ein 49-jähriger Deutscher war ohne Ticket in den Zug gestiegen. Die Zugbegleiterin bemerkte das fehlende Ticket und stellte dem Mann eine Nachzahlung in Rechnung.
Kurz darauf kam es im Zug zu dem Angriff. Der Mann lief durch den Waggon, während eine Mutter mit ihrem zweijährigen Kind ihm entgegenkam. Ohne dass es vorher einen Streit oder eine Interaktion gegeben hatte, schlug der Mann plötzlich mit seiner Tasche zu. In der Tasche befanden sich Trinkflaschen. Der Schlag traf das Kleinkind mitten ins Gesicht, sodass es zu Boden stürzte.
Nach dem Angriff beschimpfte der Mann die Mutter noch mit abfälligen Bemerkungen. Das Kind wurde bei dem Vorfall leicht verletzt. Die Mutter lehnte es jedoch ab, dass ein Arzt das Kind versorgt.
Die Bundespolizei aus Karlsruhe wurde von der Deutschen Bahn informiert und eilte zum Bahnsteig 4 des Mannheimer Hauptbahnhofs (Baden-Württemberg). Dort trafen die Beamten auf den Verdächtigen, die Zugbegleiterin und die Mutter.
Da der Mann keinen festen Wohnsitz in Deutschland hat, wollte die Staatsanwaltschaft Mannheim den Fall schnell abschließen. Sie beantragte ein beschleunigtes Verfahren beim Amtsgericht.
Das Gericht entschied bereits am nächsten Tag, am Mittwoch. Der 49-Jährige wurde wegen Körperverletzung, Hausfriedensbruch und dem Schwarzfahren zu einer siebenmonatigen Freiheitsstrafe verurteilt. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.
Quelle: Bundespolizeiinspektion Karlsruhe – zur Originalmeldung