Mannheim baut High-Tech-Messgeräte für weltweite Chipindustrie
In der Dudenstraße in Mannheim (Baden-Württemberg) wird Technik gebaut, die in der gesamten Welt gebraucht wird. Oberbürgermeister Christian Specht besuchte kürzlich die Firma Sentronics Metrology. Zusammen mit Vertretern der Stadt und der Technischen Hochschule Mannheim schaute er sich die Produktion an.
In der hellen Halle stehen Geräte, die so groß wie Schränke sind. Jedes dieser Hochpräzisionsmessgeräte wiegt etwa eine Tonne. Im Inneren sind bis zu zwei Kilometer Leitungen verbaut. Damit die Geräte wirklich präzise messen, wiegt allein das Messmodul rund 700 Kilogramm. Das Gewicht verhindert, dass die Maschine vibriert und die Messung verfälscht wird.
Bevor die Geräte das Werk verlassen, werden sie in einem Reinraum extrem genau geprüft. Diese Tests und die Dokumentation dauern eine ganze Woche. Selbst das Verpacken nimmt einen kompletten Arbeitstag in Anspruch, damit auf dem Transport nichts passiert. Danach fliegen die Maschinen vom Flughafen Frankfurt aus zu den Kunden, meist zu großen Chipherstellern in den USA oder nach Asien.
Die Firma Sentronics Metrology wurde 2006 gegründet und hat heute mehr als 120 Mitarbeiter. Seit 2025 gehört sie zum israelischen Konzern Nova Ltd. Das Unternehmen ist spezialisiert auf das sogenannte „Advanced Packaging“. Dabei geht es darum, wie Mikrochips untereinander verbunden werden, damit sie schneller Daten austauschen können. Das ist besonders wichtig für neue KI-Beschleuniger.
Zwei Hauptprodukte werden in Mannheim entwickelt: die Serien Nova SemDex® und Nova WMC™. Mit diesen Systemen kann man berührungslos messen, wie dick einzelne Halbleiterschichten sind oder ob ein Chip verbogen ist.
Auch die Zukunft der Mitarbeiter steht im Fokus. Die zwei jungen Fachkräfte Sven und Markus, die gerade ihre Ausbildung in Automatisierungstechnik und Mechatronik beendet haben, führten die Delegation durch die Halle. Sven war bereits im Einsatz in Ostasien.
Um weiterhin gute Fachkräfte zu finden, will die Stadt die Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Mannheim vertiefen. Es geht um gemeinsame Forschungsprojekte und Programme, die Studierende direkt in die Betriebe bringen. Die Firma setzt zudem auf regionale Lieferanten und nachhaltige Verpackungen.
Quelle: Mannheim – zur Originalmeldung