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Lüneburg: Schüler diskutieren mit Polizei über Gerechtigkeit

In mehreren Schulen der Region haben Neunt- und Zehntklässler in einer speziellen Werkstatt gelernt, wo die Grenzen staatlicher Macht liegen.

Was ist eigentlich fair und wann wird es ungerecht? Mit diesen Fragen haben sich Schülerinnen und Schüler in der Region Lüneburg (Niedersachsen) beschäftigt. Im Rahmen der landesweiten "Woche der Gerechtigkeit" gab es besondere Workshops. Diese fanden am 31. August und 1. September an der Eichenschule in Scheeßel sowie am 2. September an der Lieth-Schule in Bad Fallingbostel statt.

Gemeinsam mit Beamten der Polizeidirektion Lüneburg setzten sich die Jugendlichen aus der neunten und zehnten Klasse mit Themen wie Menschenrechten und Demokratie auseinander. Die Polizei hatte das Programm zusammen mit der Forschungsstelle für Polizei- und Demokratiegeschichte der Polizeiakademie Niedersachsen und dem Regionalen Landesamt für Schule und Bildung entwickelt.

Zum Start gab es eine praktische Übung: Die Schüler bekamen einen gespielten Notruf. Ein Supermarktleiter wollte, dass die Polizei einen obdachlosen Menschen von seinem Geschäft wegschickt. Die Jugendlichen schlüpften selbst in die Rolle der Polizisten. In Gruppen berieten sie, wie man in so einer Situation reagiert. Dabei ging es vor allem darum, wie man rechtmäßig handelt, aber gleichzeitig menschlich bleibt und die Würde des Betroffenen achtet.

Danach ging es in die Geschichte. Die Schüler lernten über die Zeit des Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945. Dr. Peter Ridder, der die Forschungsstelle der Polizei leitet, erklärte ihnen, wie Menschen damals als "Asoziale" abgestempelt und systematisch ausgrenzt wurden. Die Jugendlichen sahen so, was passiert, wenn es keinen Rechtsstaat mehr gibt und die Polizei willkürlich handeln kann.

Zum Vergleich wurde der Fall mit dem obdachlosen Mann noch einmal betrachtet. Die Schüler mussten sich vorstellen, sie wären Polizisten im Nationalsozialismus gewesen. Der Unterschied wurde schnell klar: Heute ist die Macht des Staates an das Grundgesetz und die Menschenrechte gebunden, was jeden Einzelnen schützt.

Am Ende schrieben die Jugendlichen ihre eigenen Wünsche und Werte für eine gerechte Zukunft auf Karten. Aus diesen Beiträgen wurde ein großes Mosaik gebastelt. Dieses Bild wird nun an das Justizministerium in Niedersachsen geschickt.

Polizeipräsidentin Kathrin Schuol betonte, dass es wichtig sei, junge Menschen über gesellschaftliche Verantwortung nachdenken zu lassen. Ein Schüler fasste es so zusammen, dass er sich einen fairen Staat wünsche, der auf moralischen Werten basiert.

Quelle: Polizeidirektion Lüneburg – zur Originalmeldung

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