Lüdenscheid plant teuren Neubau auf P&C-Grundstück
In der Lüdenscheider Innenstadt (Märkischer Kreis, Nordrhein-Westfalen) geht es an der Ecke Sternplatz und Wilhelmstraße bald weiter. Das alte P&C-Gebäude steht schon seit Jahren leer und sieht ziemlich heruntergekommen aus. Das zieht die ganze Umgebung mit runter, weil die Geschäfte in der unteren Wilhelmstraße an Attraktivität verlieren.
Nun gibt es einen Plan: Der Projektentwickler Midstad soll den alten Komplex abreißen. An seiner Stelle soll ein neues Gebäude mit rund 8000 Quadratmetern Fläche entstehen. Im Erdgeschoss sind Läden, Gastronomie und eine Mehrzweckhalle für Sport und Kultur geplant. In den oberen Etagen sollen Büros hinkommen. Außerdem gibt es einen begrünten Innenhof, Parkplätze für Autos und Fahrräder sowie eine Solaranlage auf dem Dach.
Die Stadt will das Gebäude nicht nur mieten, sondern komplett kaufen. Das kostet nach aktuellem Stand 43 Millionen Euro plus 4,5 Millionen Euro Nebenkosten. Insgesamt sind das 47,5 Millionen Euro. Das ist eine Menge Geld, vor allem weil die Kasse der Stadt gerade angespannt ist.
Die Verwaltung rechnet aber damit, dass sich das lohnt. Aktuell mietet die Stadt neun verschiedene Standorte in der Innenstadt, zum Beispiel in der Schillerstraße, Lutherstraße und Bahnhofstraße. Dort arbeiten etwa 250 Leute. Im Neubau könnten rund 200 dieser Arbeitsplätze direkt neben dem Rathaus untergebracht werden. Die Stadt könnte dann die teuren Mietverträge für die externen Standorte kündigen. Bis 2031 könnten die Mietkosten ohne den Neubau auf bis zu 1,5 Millionen Euro pro Jahr steigen.
Zusätzlich will die Stadt Geld durch die Vermietung der Läden und der Halle verdienen. Der Entwickler Midstad hat angeboten, für zehn oder fünfzehn Jahre eine Mietgarantie zu übernehmen. So müsste die Stadt nicht riskieren, dass die Flächen leer bleiben.
Natürlich gibt es auch Gefahren. Es könnte sein, dass der Bau verzögert wird, die Instandhaltung teurer wird oder die Firma Midstad Probleme bekommt. Trotzdem hält Bürgermeister Sebastian Wagemeyer das Projekt für eines der wichtigsten für die Stadt. Der Rat hat am Montag, den 13. Juli, beschlossen, die Verhandlungen mit Midstad zu intensivieren. Es werden nun genaue Rechnungen zu den Kosten und Risiken erstellt.
Ob das Projekt wirklich kommt, wird noch im Laufe dieses Jahres politisch entschieden.