Leppersdorf: Erbgericht im Juli 1785 abgebrannt
Leppersdorf blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Das Dorf wurde bereits Ende des 14. Jahrhunderts in Urkunden erwähnt. Über die Jahrhunderte hinweg prägten Fischerei in den vielen Teichen und später das Leineweber-Handwerk den Alltag der Menschen.
Doch die Bewohner mussten oft schwere Zeiten überstehen. Im Dreißigjährigen Krieg traf die Pest das Dorf hart. Im Jahr 1631 brach die Seuche aus, und viele Menschen flohen aus Angst vor einer Ansteckung. Zudem zogen kaiserliche Truppen durch den Ort und plünderten die Bewohner. Bis Ende 1635 war Leppersdorf fast völlig verödet. Erst nach und nach kehrten die Menschen zurück und bauten ihre Häuser aus den Trümmern wieder auf.
Ein weiterer schwerer Schlag folgte später. Am 2. Juli 1785 brannte das Erbgericht des Ortes vollständig ab. Das Gebäude wurde komplett von den Flammen verschlungen.
Nach diesem Ereignis entwickelte sich der Ort weiter. Im 19. Jahrhundert wuchs die Einwohnerzahl auf etwa 740 Menschen an. Es gab zahlreiche Handwerker, wie Schmiede, Schneider und Schuhmacher, sowie zwei Mühlen und Schankstätten. Später, im Jahr 1897, wurde die Lederwarenfabrik M. Thielemann GmbH gegründet, die noch heute im Ort produziert.
In den letzten Jahrzehnten wandelte sich Leppersdorf erneut. Die Landwirtschaft verlor an Bedeutung, dafür siedelten sich ein Milchverarbeitungswerk und ein Leuchtenhersteller an. Auch die Infrastruktur wurde modernisiert, inklusive eines neuen Straßennetzes und eines modernen Feuerwehrgerätehauses, in dem seit 2015 Deutschlands größte Drehleiter steht.
Quelle: Wachau – zur Originalmeldung