Leinfelden-Echterdingen führt Übernachtungssteuer ab Juli 2027 ein
Ab dem 1. Juli 2027 wird es in Leinfelden-Echterdingen (Baden-Württemberg) teurer für Hotelgäste und Besucher. Der Gemeinderat hat entschieden, eine Übernachtungssteuer einzuführen. Wer in der Stadt übernachtet, muss dann pauschal vier Euro pro Person und Nacht bezahlen.
Nicht jeder muss jedoch mitzahlen. Kinder und Minderjährige sind von der Steuer befreit. Das gilt auch für Schülergruppen und Teilnehmer von Klassenfahrten, wenn diese im Rahmen einer schulischen Veranstaltung in der Stadt sind.
Die Stadtverwaltung arbeitet nun an den genauen Regeln. Diese werden in einer eigenen Satzung festgehalten und dem Gemeinderat noch vor dem Start im Sommer 2027 vorgelegt.
Die Stadt will das Geld für Dinge ausgeben, die auch den Gästen nützen. So sollen die Einnahmen in die Budgets für den Unterhalt der Straßen und die Pflege der öffentlichen Grünflächen fließen. Die Infrastruktur, die die Besucher mitnutzen, soll so teilweise über die Steuer finanziert werden.
Die Stadt rechnet mit hohen Einnahmen von mehr als zwei Millionen Euro pro Jahr. Das liegt vor allem an den steigenden Besucherzahlen: Im letzten Jahr gab es in Leinfelden-Echterdingen insgesamt 556.000 Übernachtungen. Im Jahr 2020 waren es dagegen nur rund 181.000. Damit ist die Stadt im Landkreis Esslingen Spitzenreiter bei den Übernachtungen und belegt landesweit den 13. Platz.
Ein Blick auf die Nachbarn zeigt, dass die neue Steuer in den Rahmen der Region passt. In Stuttgart, Ludwigsburg, Karlsruhe und Tübingen wurde zum 1. Juli bereits eine ähnliche Abgabe zwischen zwei und vier Euro eingeführt. Im Durchschnitt kostet eine Nacht in Leinfelden-Echterdingen derzeit etwa 85 Euro, wobei die Preise je nach Unterkunft zwischen 55 und 180 Euro schwanken.