Landsberg am Lech prüft problematische Straßennamen
In Landsberg am Lech (Landkreis Landsberg am Lech, Bayern) geht es um die Namen der Straßen. Die Stadt ist der Meinung, dass man kritisch prüfen muss, ob die Ehrung bestimmter historischer Menschen heute noch angemessen ist. Wenn neue Erkenntnisse über diese Leute auftauchen, sollen die Namen eventuell geändert oder zumindest mit Zusatzinfos versehen werden.
Seit 2022 arbeitet eine Expertenkommission an diesem Thema. Die Gruppe besteht aus Historikern, Professoren und Stadträten. Sie untersuchen, welche Straßennamen im Stadtgebiet strittig sind. Ziel ist es, dem Stadtrat Empfehlungen zu geben, ob eine Straße umbenannt werden soll oder ob eine Erklärung zum Namen ausreicht.
Die Experten haben sich bereits mit drei konkreten Fällen befasst: dem Hindenburgring, der Otto-Leybold-Straße und der Oberbürgermeister-Thoma-Straße. Im Juli 2024 wurden die Ergebnisse dazu im Stadtrat besprochen. Am 26. Mai 2025 gab es zudem eine Informationsveranstaltung, bei der die Anwohner dieser drei Straßen und andere interessierte Bürger Fragen stellen konnten.
Aktuell stehen weitere Straßen im Fokus, vor allem in der Schwaighofsiedlung. Am 8. Oktober 2025 diskutierte die Kommission über die Namen Immelmann, Richthofen, Spee und Weddingen. Hier wurde empfohlen, ebenfalls eine Informationsveranstaltung für die Bürger zu planen. Für den 11. Juni 2026 ist bereits ein Termin vorgesehen. Dort sollen der Militärhistoriker Oberstleutnant Dr. Heiner Bröckermann und der Stadtheimatpfleger Prof. Stefan Paulus über die Geschichte der Schwaighofsiedlung und die Namen Immelmann, Spee, Richthofen, Weddingen und Jahn aufklären.
Die Stadt betont, dass es nicht darum geht, die Geschichte zu löschen, sondern sie bewusst aufzuarbeiten. Die Ermittlungen der Kommission dauern an.