Landrat besucht Traditionsmetzgerei in Romrod
Landrat Dr. Jens Mischak war am 13. August in Romrod (Vogelsbergkreis, Hessen) zu Gast. Er besuchte die Metzgerei Wilhelm Becker, um zu sehen, wie das Handwerk vor Ort funktioniert und wo es Probleme gibt. Mit dabei waren Romrods Bürgermeister Hauke Schmehl, Kathrin Janisch von der Wirtschaftsförderung und Susen Neumann von der Kommunalen Vermittlungsagentur.
Der Betrieb ist eine echte Traditionsstätte. Er wurde bereits 1907 gegründet und wird mittlerweile in der fünften Generation geführt. Eine Besonderheit gibt es bei den Namen: Alle Metzgermeister der Familie hießen bisher Wilhelm Becker. Der aktuelle Chef, ebenfalls Wilhelm Becker, leitet den Laden gemeinsam mit seinem Sohn. Seit diesem Jahr ist er zudem Kreishandwerksmeister im Vogelsbergkreis.
Bei dem Rundgang startete die Gruppe im Verkaufsraum. Dort hängen regionale Spezialitäten wie Stracke, Schinken oder Pfefferbeißer von der Decke – ein Anblick, der als „Wursthimmel“ bezeichnet wird. In der Produktion im hinteren Teil des Gebäudes zeigte sich, dass Tradition und moderne Technik hier zusammenpassen. Wilhelm Becker Junior erklärte, dass alles aus der Region kommt. Das Fleisch wird im Schwalmtal geschlachtet und sofort geliefert. Auch Gewürze, Eier und Kartoffeln stammen aus der Gegend.
Insgesamt arbeitet ein 17-köpfiges Team im Betrieb. Dabei setzt die Metzgerei auch auf internationale Hilfe: Eine Auszubildende aus Aserbaidschan kam direkt aus ihrer Heimat in den Betrieb. Sie lernt gerade die deutsche Sprache, wobei das Team sie unterstützt. Manuela Becker betonte, dass die Mitarbeiter wie Familienmitglieder behandelt werden.
Neben der klassischen Wurstproduktion geht der Betrieb moderne Wege. Es gibt einen Online-Shop, Social-Media-Kanäle und einen Partyservice. Zudem lädt die Metzgerei oft Schulklassen oder Kindergärten ein. So sollen die Kinder lernen, woher ihre Salami oder Leberwurst eigentlich kommt.
Zum Ende des Besuchs sprachen die Beteiligten über die aktuelle Lage des Handwerks. Besonders wichtig waren Themen wie die Ausbildung und die Sicherung von Fachkräften im Vogelsbergkreis. Alle waren sich einig, dass solche Betriebe wichtig für die Wirtschaft und die Lebensqualität auf dem Land sind.