Vogelsbergkreis: Landrat fordert mehr EU-Geld für Region
Im Vogelsbergkreis (Hessen) geht es um viel Geld für die Zukunft. Landrat Dr. Jens Mischak, der auch den Verein Region Vogelsberg leitet, warnt vor möglichen Kürzungen bei den EU-Fördergeldern. Aktuell wird in Brüssel über den Finanzrahmen der nächsten Jahre verhandelt. Dabei geht es vor allem um die Agrar- und Förderpolitik. Der Landrat befürchtet, dass für die sogenannten LEADER-Regionen weniger Geld übrig bleibt.
Das Programm ist für den Landkreis extrem wichtig. Es fließen Gelder in ganz unterschiedliche Dinge: Mal sind es neue Tischtennisplatten oder Treffpunkte für Jugendliche und Senioren, mal geht es um teure Maschinen für Betriebe oder neue Stellen in der Wirtschaft. In der aktuellen Förderperiode, die noch bis nächstes Jahr läuft, sind bereits rund 6,3 Millionen Euro in die Region geflossen.
Besonders wichtig ist dabei das Regionalbudget. Damit können kleine Projekte bis zu 10.000 Euro schnell und unkompliziert umgesetzt werden. Das hilft vor allem Vereinen und Gemeinden bei Kultur- oder Freizeitprojekten. Bei größeren Summen stehen dann die wirtschaftliche Entwicklung, der Tourismus oder die Naherholung im Vordergrund. Seit 2023 wurden so insgesamt 107 Projekte unterstützt.
Der Landrat ist überzeugt: Wenn es weniger Geld gibt, werden viele geplante Vorhaben einfach nicht gestartet. Deshalb fordert er von der EU, dem Bund und dem Land ein klares Bekenntnis zum ländlichen Raum.
Auch andere Regionen in Hessen sehen das so. Ein Zusammenschluss hessischer LEADER-Regionen hat bereits Unterschriften gesammelt und ein Positionspapier an die Politik übergeben. Die Zahlen dort unterstreichen die Bedeutung: Zwischen 2023 und 2025 wurden in Hessen 176 Unternehmen gefördert und über 1.000 kleine Projekte unterstützt. Insgesamt sollen über die Jahrzehnte mehr als 1.200 Arbeitsplätze durch diese Hilfe gesichert oder neu geschaffen worden sein.