Landkreis Stendal: Experten warnen vor zu wenig Trinkwasser
Im Landratsamt in Stendal (Sachsen-Anhalt) haben sich rund 100 Leute getroffen, um über ein ernstes Problem zu sprechen: Das Wasser geht aus. Die Landkreise Stendal und Salzwedel luden zur dritten gemeinsamen Wasserkonferenz ein. Das Thema diesmal war die Sicherung des Trinkwassers.
Landrat Patrick Puhlmann machte deutlich, dass Wasser nicht nur für die Natur wichtig ist, sondern auch für Firmen. Wer ein Unternehmen ansiedeln will, braucht eine zuverlässige Wasserversorgung. Ohne Wasser nützen auch Autobahnen, Strom und Gas nichts. Wenn nun Schutzgebiete für das Trinkwasser vergrößert werden müssen, führt das zu Konflikten zwischen verschiedenen Gruppen. Das wolle man offen diskutieren.
Stefan Feder vom Stendaler Umweltamt zeigte mit Grafiken, dass die Lage kritisch ist. Seit 2024 sinken die Regenmengen deutlich. Es ist schlicht zu wenig Wasser da. Um dem entgegenzuwirken, gibt es bereits erste Maßnahmen. So wurde zum Beispiel das neue Wehr Berkau im Secantsgraben in Betrieb genommen. Weitere solcher Anlagen sollen folgen. Auch an der Lüderitzer Tanger und in der Uchte wurden bereits Verbesserungen an den Gewässern vorgenommen.
Susanne Ahrens vom Wasserverband Stendal-Osterburg warnte, dass Trinkwasser nicht mehr selbstverständlich sei. Obwohl weniger Menschen in der Region wohnen, steigt der Bedarf an Wasser. Vor allem Industrie und Gewerbe fragen immer häufiger an, doch der Regen fehlt, um das Grundwasser wieder aufzufüllen. Deshalb baut der Verband in Schinne ein neues Wasserwerk.
Auch die Notversorgung wurde besprochen. Patrick Soisson erklärte, dass pro Einwohner 15 Liter Wasser für mindestens 14 Tage vorgehalten werden müssen. Außerdem wird daran gearbeitet, dass die Leitungen auch bei Stromausfällen funktionieren, etwa durch eigene Stromerzeuger.
Zum Abschluss gab es gute Nachrichten beim Geld. Michael Janssen aus dem Ministerium für Umwelt in Sachsen-Anhalt kündigte an, dass durch ein Sondervermögen 30 Millionen Euro für Wasserschutz-Maßnahmen bereitstehen. Ein Teil des Geldes soll noch dieses Jahr verteilt werden. Zudem werden Landwirte und Forstbesitzer bei den Kosten für die Gewässerpflege um etwa zehn Prozent entlastet.
Nach den Vorträgen diskutierten die Gäste aus Sachsen-Anhalt und Brandenburg weiter. Das Ergebnis war eindeutig: In Zukunft muss jeder noch sorgsamer mit dem Wasser umgehen.