Landkreis Marburg-Biedenkopf verabschiedet langjährigen leitenden Notarzt
Im Landratsamt in Marburg (Landkreis Marburg-Biedenkopf, Hessen) gab es einen offiziellen Abschied. Landrat Jens Womelsdorf verabschiedete Dr. Andreas Jerrentrup aus seiner Rolle als leitender Notarzt. Seit dem Jahr 2006 war der 57-jährige Kirchhainer in dieser Funktion tätig. Er hat die Aufgabe ehrenamtlich übernommen, also ohne Bezahlung.
Die Rolle eines leitenden Notarztes ist extrem wichtig, wenn es im Kreis richtig kracht. Bei großen Unfällen, Explosionen oder Katastrophen übernimmt er die medizinische Gesamtleitung direkt am Einsatzort. Er koordiniert die Retter und arbeitet eng mit der organisatorischen Leitung zusammen. So wird sichergestellt, dass auch bei komplexen Lagen jeder Patient richtig versorgt wird.
Landrat Womelsdorf betonte, dass ein solches Engagement über zwei Jahrzehnte absolut nicht selbstverständlich sei. Auch Dr. Martin Sassen, der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes, lobte Jerrentrup als exzellenten Notfallmediziner, der vor allem durch seine Ruhe und Geduld überzeugt habe. Neben dem Landrat dankten auch Kreisbrandinspektor Lars Schäfer und Maik Klein, der Leiter der Rettungsleitstelle, für die gute Zusammenarbeit.
Der Grund für den Rückzug ist schlichtweg Zeitmangel. Dr. Jerrentrup hat auch hauptberuflich eine große Verantwortung: Er ist Chefarzt der Notfallmedizin am Universitätsklinikum in Marburg. Damit bleibt er zwar im Rettungsdienst und in der Notaufnahme präsent, legt aber die spezielle Funktion als leitender Notarzt nieder.
Er ist nicht der Einzige, der kürzlich aufhörte. Auch Dr. Susanne Betz wurde vom Landrat verabschiedet, nachdem sie neun Jahre lang als leitende Notärztin im Einsatz war. Aktuell gibt es im Kreis einen Pool aus neun leitenden Notärzten und 14 organisatorischen Leitern, die rund um die Uhr die Sicherheit im Landkreis gewährleisten.