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Finanzkrise der Kommunen: Cölbe fordert Hilfe von Bund und Ländern

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Bürgermeister Dr. Jens Ried warnt vor dem finanziellen Limit der Gemeinden. Er fordert mehr Geld und weniger Bürokratie, um die Lebensqualität vor Ort zu sichern.

In Cölbe (Landkreis Marburg-Biedenkopf, Hessen) wird am 22. Juni 2026 auf die finanzielle Notlage vieler Städte und Gemeinden aufmerksam gemacht. Hintergrund ist der bundesweite Aktionstag „Kommunen am Limit“. Drei große Spitzenverbände haben dazu aufgerufen, weil die Kassen in den Rathäusern immer leerer werden.

Die Zahlen sind extrem: Im Jahr 2025 fehlten den Kommunen in Deutschland insgesamt rund 30 Milliarden Euro. Dieser Betrag ist ein historischer Höchststand und steigt laut Berichten weiter an. Die Kosten für die Instandhaltung von Gebäuden, die Kinderbetreuung oder den Katastrophenschutz steigen rasant. Zudem gibt es immer mehr Auflagen und höhere Standards, die die Gemeinden bezahlen müssen.

Für die Menschen vor Ort bedeutet das: Es wird schwieriger, Angebote zu erhalten. Das betrifft die Sanierung von Schulen, die Pflege von Straßen und Grünflächen, den öffentlichen Nahverkehr oder die Versorgung mit Gesundheit und Kultur. Wenn das Geld fehlt, leiden diese Bereiche direkt.

Bürgermeister Dr. Jens Ried, der auch Sprecher der Bürgermeister im Landkreis ist, kritisiert die aktuelle Aufteilung. Er sagt, dass Aufgaben oft an die Kommunen übertragen werden, ohne dass die nötigen Kosten vollständig mitgedacht oder finanziert werden. Das führe zu einem dauerhaften Defizit.

Um das Problem zu lösen, fordert Ried eine ehrliche Antwort auf die Frage, welche Aufgabe auf welche Ebene gehört. Er will wissen, welche Standards wirklich nötig sind und wie man die Verwaltung effizienter machen kann. Nur wenn Aufgaben und Finanzierung zusammenpassen, hätten die Kommunen wieder Spielraum, um die Lebensqualität in den Orten zu verbessern.

Konkret fordern die Verbände und die Gemeinde, dass das Finanzierungsdefizit komplett beseitigt wird. Das könne durch Soforthilfen oder höhere Anteile an den Steuern geschehen. Zudem solle der Grundsatz gelten: Wer eine Aufgabe bestellt, muss sie auch bezahlen. Außerdem müssten soziale Standards reformiert und die Bürokratie, besonders im Baubereich, abgebaut werden.

Quelle: Wohratal – zur Originalmeldung

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