Landkreis Harburg nutzt neues Notfallregister für Hilfsbedürftige
Stellen Sie sich vor, der Strom fällt für Stunden aus. Plötzlich funktioniert ein Beatmungsgerät nicht mehr oder jemand kommt ohne seinen elektrischen Rollstuhl nicht aus der Wohnung. In solchen Momenten zählt jede Minute. Doch die Feuerwehr und der Rettungsdienst wissen oft nicht, wo genau Menschen mit solchen speziellen Bedürfnissen wohnen.
Um das zu ändern, schließt der Landkreis Harburg (Niedersachsen) nun ein bundesweites Notfallregister an. Die Leitstelle und der Katastrophenschutz haben jetzt einen direkten Zugriff auf die dort hinterlegten Daten. Wenn es zum Beispiel bei einem Hochwasser zu Evakuierungen kommt, sehen die Retter sofort, wer Sauerstoffgeräte braucht oder wer nicht hören kann und deshalb Warnungen über Lautsprecher nicht mitbekommt.
Das Register ist ein freiwilliges Angebot. Betroffene können sich selbst, mit Hilfe von Angehörigen oder über Pflegedienste unter www.notfallregister.eu anmelden. Dort werden wichtige Infos zu gesundheitlichen Problemen oder lebensnotwendigen Geräten gespeichert. Die Nutzer behalten die volle Kontrolle über ihre Daten und können diese jederzeit aktualisieren.
Ein solches System ist wichtig, weil es in Deutschland kein gesetzliches Pflichtregister gibt. Weder Krankenkassen noch Pflegedienste müssen solche Daten automatisch an die Behörden melden. Der Landkreis hatte zwar früher schon einmal selbst Daten abgefragt, setzt nun aber auf diese moderne, digitale Lösung.
In den nächsten Wochen informiert die Kreisverwaltung gezielt Altenheime und ambulante Pflegedienste über das Angebot. Die Anmeldung ist kostenlos. Wer Fragen hat, kann sich an Sabrina Horstmann in der Abteilung für Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz wenden. Erreichbar ist sie per E-Mail unter [email protected].