Landkreis Freising plant erste Autobahn-Bushaltestelle Deutschlands
Im Ampertal (Landkreis Freising, Bayern) gibt es keine Bahnanbindung, aber die Autobahn A9. Deshalb haben die Gemeinden Allershausen und Kranzberg eine ungewöhnliche Idee entwickelt: Sie wollen eine Expressbus-Haltestelle direkt an der Autobahn bauen. Das Vorhaben ist nun als Projektkandidat in die Internationale Bauausstellung der Metropolregion München (IBA-M) aufgenommen worden.
Die Idee sieht vor, dass die Haltestelle zu einem echten Knotenpunkt wird. Neben dem Bus sollen dort ein Park-and-Ride-Parkplatz, Carsharing-Angebote und ein Fahrradschnellweg entstehen. Wo jetzt nur eine normale Autobahnausfahrt ist, sollen später verschiedene Wege in die gesamte Region führen.
Nutzen könnten das vor allem Menschen im ländlichen Raum, die kein eigenes Auto haben, wie etwa Auszubildende oder Angestellte. Die Expressbuslinie X109, die bereits zwischen Ingolstadt und dem Flughafen München fährt, könnte die Haltestelle sofort anfahren. Geplant ist zudem die Linie X610 von Mainburg nach Garching-Hochbrück. Von dort aus gelangt man mit der U6 direkt ins Zentrum von München. Auch Fernbusse sollen die Station nutzen können.
Es gibt jedoch ein rechtliches Problem: Die Autobahn GmbH des Bundes ist normalerweise nicht dafür zuständig, Bushaltestellen direkt an der Autobahn zu betreiben. Damit der Plan funktioniert, müssen sich die Gesetze ändern. Das Projektteam sucht deshalb nun nach politischer Unterstützung.
Mit der Haltestelle ist der Landkreis Freising nun mit insgesamt vier Projekten bei der IBA-M vertreten. Die anderen Kandidaten sind das „Lernviertel Freising“, das „Zukunftsquartier Freising“ und die „Nachbarschaftsregion“.
Aktuell ist die Haltestelle ein sogenannter Projektkandidat. Das bedeutet, dass Experten der IBA-M das Vorhaben nun fachlich begleiten und verbessern wollen. Wenn alles klappt und das Projekt zum vollwertigen IBA-Projekt wird, soll es im Ausstellungsjahr 2034 der Öffentlichkeit präsentiert werden.